US-Präsident : Trump beschämt Navajos mit "Pocahontas"-Spruch

Donald Trump lässt kaum eine Gelegenheit aus, zu irritieren. Jetzt sorgte der US-Präsident bei einer Ehrung von Navajo-Veteranen für Empörung. 

US-Präsident Donald Trump trifft im Weißen Haus Navajo-Indianer
US-Präsident Donald Trump trifft im Weißen Haus Navajo-IndianerFoto: dpa/AP/Susan Walsh

US-Präsident Donald Trump hat während einer Ehrung von Navajo-Veteranen im Weißen Haus mit der Verunglimpfung der demokratischen Senatorin Elizabeth Warren als "Pocahontas" Empörung und Irritationen ausgelöst. Pocahontas war eine berühmte Indianerfrau, es ist auch der Titel eines Disney-Films. Warren reklamiert indianisches Erbe, das ist umstritten.

"Lange bevor irgendjemand von uns hier war, waren Sie hier. Auch wenn wir im Kongress eine haben, von der behauptet wird, dass auch sie schon sehr lange hier ist. Sie nennen sie Pocahontas", sagte Trump.

Während sich im Raum am Montag betretenes Schweigen breitmachte, schlug in sozialen Medien eine Welle der Empörung hoch. Trump benutzt den Namen Pocahontas für Warren schon lange.

Trumps Sprecherin sagte auf die Frage, warum der Präsident es nötig finde, während einer Ehrung der Navajo etwas zu sagen, was so viele beleidigend fänden: „Ich glaube, die meisten Leute finden es beleidigend, dass Senatorin Warren über ihre Herkunft lügt, um ihre Karriere zu befördern.“

Trump ehrte Navajo-Indianer, die im Zweiten Weltkrieg auf Seiten der USA mit einer einzigartigen Codetechnik auf Basis ihrer eigenen Sprache kämpften. Die so genannten "Code Talker" gelten in den USA als echte Kriegshelden.

Ein Sprecher einer Indianervereinigung sagte dem Sender NBC, Trumps Äußerung habe einen rassistischen Beigeschmack. Er nutze eine historische Figur in einem abfälligen Sinn, zumal denkbar unpassend im Kontext einer solchen Ehrung.

Der Sender CNN machte zudem darauf aufmerksam, dass die Ehrung der Navajos ausgerechnet vor einem Porträt von Andrew Jackson, dem siebten Präsidenten der USA in den Jahren 1829 bis 1837, stattfand. Jackson ist berüchtigt für seine Politik der Vertreibung der Indianer aus ihren angestammten Gebieten. Sie führte zum "Pfad der Tränen", als rund 17.000 Cherokee-Indianer zwangsweise umgesiedelt wurden. Mehrere Tausend starben auf dem Weg. (mit dpa)

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