• US-Präsident Trump ist sauer auf China: „Wir könnten die Beziehungen komplett abbrechen“
Update

US-Präsident Trump ist sauer auf China : „Wir könnten die Beziehungen komplett abbrechen“

Die Stimmung zwischen den USA und China ist in der Coronakrise gereizt. Donald Trump will gerade nicht mit Chinas Staatschef Xi sprechen – und droht diffus.

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald TrumpFoto: Imago/UPI Photo/Doug Mills

Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China sorgen inzwischen auch für Kommunikationsprobleme auf höchster Ebene. US-Präsident Donald Trump sagte in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Fox Business, er habe zwar eine gute Beziehung zum chinesischen Präsidenten Xi Jinping, „aber im Moment will ich nicht mit ihm sprechen“.

Trump beklagte sich generell über Peking: „Ich bin sehr enttäuscht von China.“ Der US-Präsident drohte, die USA hätten einige Hebel in der Hand, und schob vage nach: „Wir könnten die Beziehungen komplett abbrechen.“ Näher äußerte er sich zu dieser ungewöhnlichen Drohung jedoch nicht.

Erneut warf Trump den Chinesen vor, sie hätten die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie nicht gleich an der Quelle gestoppt und dadurch enormen Schaden angerichtet. „Es war entweder Dummheit, Inkompetenz oder es war absichtlich.“

[Mit dem Newsletter „Twenty/Twenty“ begleiten unsere US-Experten Sie jeden Donnerstag auf dem Weg zur Präsidentschaftswahl. Hier geht es zur kostenlosen Anmeldung: tagesspiegel.de/twentytwenty.]

Trump beklagte sich auch wieder über eine jahrelange Ungerechtigkeit beim Handel zwischen beiden Ländern. Erst Mitte Januar hatten die USA und China nach einer zähen und erbitterten Auseinandersetzung ein vorläufiges Handelsabkommen unterzeichnet. Der US-Präsident sagte am Donnerstag erneut, er sei hier nicht zu Nachverhandlungen bereit.

Auf Nachfrage erklärte Trump außerdem, seine Regierung erwäge, dass chinesische Konzerne künftig amerikanische Bilanzregeln befolgen müssten, wenn sie an US-Börsen gehandelt würden.

Handelsberater holt zum Rundumschlag gegen China aus

Trump beklagte ebenfalls Versuche Chinas, geistiges Eigentum in den USA zu stehlen. US-Behörden hatten am Mittwoch öffentlich davor gewarnt, dass chinesische Hacker Forschungsarbeit im Kampf gegen das Coronavirus ausspähen

Etwas später holte auch Trumps Handelsberater, Peter Navarro, zum Rundumschlag gegen China aus. China habe das Coronavirus im November „wahrscheinlich in diesem Waffenlabor in Wuhan“ erschaffen, sagte Navarro am Donnerstag dem Sender Fox News. Anschließend habe das Land das Virus „zwei Monate lang hinter dem Schutzschild der Weltgesundheitsorganisation versteckt“, Schutzausrüstung aus aller Welt „aufgesaugt“ und „gehortet“, Menschen getötet und schließlich Profit aus der Krise geschlagen. „Jetzt versuchen Hacker der chinesischen Regierung, Informationen über die Impfung zu stehlen, damit sie sie zuerst herstellen können.“

Die Beziehung zwischen Washington und Peking ist ohnehin angespannt - Navarro verschärfte den Ton mit der geballten Ladung an Vorwürfen am Donnerstag noch. Er hatte China bereits vor einigen Tagen beschuldigt, das Virus „wahrscheinlich“ in einem Labor für Biowaffen erschaffen zu haben. Für diese Annahme gibt es keine Beweise - genauso wenig wie für den immer wieder geäußerten Vorwurf, das Virus stamme womöglich aus einem Forschungslabor in der Stadt Wuhan, den Trump zuletzt selbst befeuert hatte. Wissenschaftler halten es für viel wahrscheinlicher, dass Sars-CoV-2 natürlichen Ursprungs ist und von Tieren auf den Menschen übertragen wurde. (dpa)

Der neue Morgenlage-Newsletter: Jetzt gratis anmelden!

22Kommentare

Neuester Kommentar