• US-Präsident und Memorial Day: Trump empört mit Eigenlob am Gedenktag für die Gefallenen

US-Präsident und Memorial Day : Trump empört mit Eigenlob am Gedenktag für die Gefallenen

Am Memorial Day erinnern die USA an ihre Gefallenen. Der US-Präsident nutzt den Anlass, um Eigenwerbung zu machen. Nicht nur Veteranen finden das "unangemessen und entsetzlich".

US-Präsident Donald Trump am Memorial Day in Arlington, Virginia
US-Präsident Donald Trump am Memorial Day in Arlington, VirginiaFoto: Reuters/Eric Thayer

Jedes Jahr, am letzten Montag im Mai, gedenken die US-Amerikaner ihrer in zahlreichen Kriegen für das Vaterland Gefallenen. Auch für die US-Präsidenten ist der Memorial Day immer ein Anlass, den Einsatz vieler Frauen und Männer im Militär zu würdigen. Auch Donald Trump sprach von einem "feierlichen Tag des Gedenkens" zu Ehren der "größten Helden Amerikas".

Doch selbst dabei konnte sich Trump ein kräftiges Eigenlob nicht verkneifen. "Einen frohen Gedenktag! Die, die für unser großartiges Land gestorben sind, würden sehr glücklich darüber und stolz darauf sein, wie es heute da steht", twitterte der US-Präsident. Dann pries er unter anderem "die beste Wirtschaft seit Jahrzehnten" und den Aufbau des Militärs. "Schön!", beendete Trump seinen Tweet.

Die Empörung ließ nicht lange auf sich warten. "Dies ist der unangemessenste Kommentar zum Memorial Day, der jemals von einem US-Präsidenten gekommen ist", twitterte die Veteranen-Organisation VoteVets, die Trump bei seinem Twitter-Kanal blockiert hat.

"Eigenwerbung an einem Tag, an dem an die Gefallenen erinnert wird, und denen, die ihrer Toten gedenken, einen "Frohen Gedenktag" zu wünschen, ist entsetzlich", hieß es weiter.

Auch andere Kommentare in sozialen Medien zeigten Unverständnis für Trumps peinliche Bemerkungen. "Der Präsident nimmt sich am Memorial Day die Zeit daran zu erinnern, dass die gefallenen Soldaten ihm dankbar sind", twitterte etwa der Autor Josh Barro.

"Das ist so, als würde man bei einer Beerdigung die Trauerrede darüber halten, wie toll man in seinem neuen Job ist", twitterte der TV-Produzent und Autor Miles Kahn. (Tsp)

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