USA attackieren Iran : Tanker „Adrian Darya-1“ soll Syrien angesteuert haben

Die USA werfen dem Iran erneut vor, das Regime des syrischen Machthabers Assad zu fördern. Sicherheitsberater Bolton publizierte nun eine Satellitenaufnahme.

Ein Satellitenbild des iranischen Öltankers „Adrian Darya-1“.
Ein Satellitenbild des iranischen Öltankers „Adrian Darya-1“.Foto: Maxar Technologies/AP/dpa

US-Sicherheitsberater John Bolton wirft der Regierung des Iran vor, dass der Öltanker „Adrian Darya-1“ Syriens Küste angesteuert habe. Bolton verbreitete am Samstag über Twitter eine am Vortag aufgenommene Satellitenaufnahme, die das iranische Schiff in der Nähe des syrischen Mittelmeerhafens Tartus zeigen soll.

„Jeder, der gesagt hat, dass die „Adrian Darya-1“ nicht Syrien ansteuern würde, verschließt die Augen vor der Wahrheit“, schrieb Bolton. Teheran glaube, dass es wichtiger sei, das „mörderische Regime“ des syrischen Präsidenten Baschar al Assad zu fördern als sein eigenes Volk zu versorgen. „Wir können reden, aber der Iran wird keine Erleichterung der Sanktionen bekommen, bis er nicht aufhört zu lügen und Terror zu verbreiten.“

Das iranische Schiff war mehr als sechs Wochen lang in Gibraltar unter dem Vorwurf festgehalten worden, das EU-Embargo gegen Syrien zu unterlaufen. Das oberste Gericht des britischen Überseegebiets an der Südspitze der iberischen Halbinsel gab den Tanker schließlich frei.

Danach bewegte sich das Schiff im östlichen Mittelmeer. Der Kapitän hatte zunächst angegeben, nach Griechenland fahren zu wollen. Später hieß es, es wolle Häfen in der Türkei ansteuern. Anfang dieser Woche schaltete der Tanker offenbar das Signal aus, mit dem er geortet werden kann. Zu diesem Zeitpunkt lag er rund 85 Kilometer vor der Küste des Libanons und Syriens. Zu seinem Zielort gab es keine Angaben.

Die USA haben alle Mittelmeerstaaten unter Druck gesetzt, dem Tanker keinen Ankerplatz zu gewähren. Sie versuchen im Konflikt mit dem Iran, dessen Ölexporte auf null zu bringen. Teheran ist im syrischen Bürgerkrieg ein wichtiger Verbündeter der syrischen Regierung.

Die iranische Küstenwache hat unterdessen einen ausländischen Schlepper im Arabischen Golf beschlagnahmt und zwölf philippinische Besatzungsmitglieder in Haft genommen. Nach einem Bericht des staatlichen iranischen Fernsehens soll auf dem Schiff Treibstoff geschmuggelt worden sein. An Bord seien knapp 284.000 Liter Diesel gefunden worden. Aus dem Bericht ging nicht hervor, unter welcher Flagge der Schlepper fährt. Erst jüngst hatte das Abfangen von Schiffen im Golf zu Spannungen zwischen dem Iran und westlichen Staaten geführt. (dpa, Reuters)

Der neue Morgenlage-Newsletter: Jetzt gratis anmelden!