USA-Besuch : Liwni verlangt Härte gegen "Rüpel" Iran

Israels Außenministerin Zipi Liwni hat die Weltgemeinschaft in Washington zu härteren Sanktionen gegenüber Iran aufgefordert. Rückendeckung erhielt sie dabei von US-Vizepräsident Cheney.

Washington - Israels Außenministerin Zipi Liwni und US-Vizepräsident Dick Cheney haben sich für Härte und Kompromisslosigkeit gegen Islamisten und Terroristen im Nahen Osten ausgesprochen. Liwni forderte in Washington zur weltweiten Isolierung Irans auf. Teheran unterstütze Terroristen im Libanon, im Irak und in den palästinensischen Gebieten, rufe zur Zerstörung Israels auf, leugne den Holocaust und drohe mit einem neuen Holocaust, sagte Liwni auf der Jahreskonferenz der Aipac, der größten Lobbyorganisation Israels in den USA.

"Iran sollte ein Platz in der internationalen Gemeinschaft verwehrt werden", meinte die Ministerin vor den rund 6000 Delegierten. Liwni warnte die Weltgemeinschaft, vor der radikalen Ideologie Irans und der von ihm ausgehenden Gefahr die Augen zu verschließen. Der Nahe Osten sei eine "harte Umgebung", in der es angesichts eines "Rüpels" nur die Alternativen gebe, ihn zu besiegen oder sich ihm anzuschließen. Deshalb sei eine harte Haltung gegenüber Teheran so wichtig.

"Die Geschichte wird sich erinnern"

Die UN-Sanktionen gegen Iran müssten nach Liwnis Ansicht ohne Verzögerung verschärft werden. "Und zu jenen Staaten, die die Gefahr kennen, aber wegen ihrer politischen und wirtschaftlichen Interessen zögern, sage ich: Die Geschichte wird sich erinnern." Israels Außenministerin appellierte an die arabischen Staaten, die Beziehungen zu Israel sofort zu normalisieren und nicht auf eine Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts zu warten. "Normalisieren Sie jetzt, der Frieden wird kommen", sagte Liwni.

Die freie Welt habe im Nahen Osten gegen die Extremisten "nur die Option der Offensive, bis der Feind zerstört ist", sagte Cheney, der von der Konferenz mit viel Beifall und Bravorufen empfangen worden war. Der Irak sei nach wie vor "die zentrale Front des Krieges gegen den Terrorismus", deshalb könnten die US-Truppen erst nach einem Sieg abgezogen werden. Eine Niederlage im Irak würde nicht nur Israel, sondern auch die USA und die ganze Welt erheblich bedrohen. "Israel hatte nie einen besseren Freund im Weißen Haus als George W. Bush", betonte der Vizepräsident. (tso/dpa)

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