Frenetischer Jubel für Barack Obama

Seite 2 von 2
Liveblog am Tag nach der US-Wahl : "Eine Gelegenheit, den Friedensnobelpreis noch zu verdienen"

09:07 Uhr: Mehrere deutsche Spitzenpolitiker haben Barack Obama bereits zur Wiederwahl gratuliert. Er freue sich für den wieder gewählten US-Präsidenten, sagte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. Aus europäischer Sicht sei Obama der richtige Präsident für die USA. Außenminister Guido Westerwelle rechnet nach der Wahl „mit neuen Impulsen in der Abrüstung“. Man sei in den letzten zwei Jahren in der Abrüstungspolitik gut vorangekommen, sagte der FDP-Politiker am Dienstagabend (Ortszeit) in New York. „Aber es muss jetzt noch mal ein energischer weiterer Schritt gemacht werden“, erklärte Westerwelle. Sein Appell gehe an die amerikanische Regierung und an Russland, „aufeinander zuzugehen und mit neuen Abrüstungsimpulsen die Sicherheit in der Welt zu verstärken“.

Linke-Chef Bernd Riexinger kommentierte den Erfolg Obamas im Kurznachrichtendienst Twitter: „Ich gratuliere Barack Obama. Ich hoffe, er kümmert sich um Jobs und Infrastruktur in Amerika und führt weniger Kriege in aller Welt.“ Steinmeier forderte, die neue Amtszeit Obamas müsse frischen Wind in die transatlantischen Beziehungen bringen: „Wir müssen mehr investieren in diese Zusammenarbeit über den Atlantik hinweg. Die Erwartung an uns wird eher steigen“, sagte der frühere Außenminister.

08:51 Uhr:

Die Beteiligung an der Präsidentschaftswahl ist offenbar deutlich geringer ausgefallen als 2008. Wegen der Begeisterung vieler Wähler für Barack Obama war die Wahlbeteiligung damals ungewöhnlich hoch. 2012 könnten allerdings sogar noch weniger Menschen zur Wahl gegangen sein als 2004, sagte der Direktor des Zentrums für Wahlstudien an der American University, Curtis Gans. Ersten Erhebungen zufolge ging in Vermont die Wahlbeteiligung gegenüber 2008 um 14 Prozent zurück, in Mississippi und South Carolina etwa in der gleichen Größenordnung. In Maryland sank die Beteiligung um rund zehn Prozent. Genaue Zahlen werden allerdings erst in
einigen Wochen vorliegen, da zahlreiche Wähler ihre Stimme per Brief- und E-Mail oder bereits vor dem eigentlichen Termin in speziellen Wahllokalen abgegeben hatten. Diese Wahlzettel werden erst später ausgezählt.

08:50 Uhr:

Hier ein Zwischenstand bei der Verteilung der Wahlmännerstimmen: Barack Obama kann nach vorliegenden Zahlen aus 49 Bundesstaaten und dem Hauptstadtdistrikt 303 Wahlmänner für sich verbuchen, sein Herausforderer Mitt Romney kommt auf 206 Wahlmänner. Für den Einzug ins Weiße Haus muss ein Kandidat mindestens 270 der 538 Stimmen im Wahlmännergremium erhalten. Die Zuordnung der 29 Wahlmänner aus Florida steht noch aus, hat aber auf das Endergebnis keinen entscheidenden Einfluss mehr.

So feiern Obamas Anhänger die Wiederwahl
Obama-Anhänger in Nevada feiern die Wiederwahl des Präsidenten.Weitere Bilder anzeigen
1 von 23Foto: Reuters
07.11.2012 08:17Obama-Anhänger in Nevada feiern die Wiederwahl des Präsidenten.

08:45 Uhr:

Der Präsident des EU-Parlaments, der deutsche Sozialdemokrat Martin Schulz, hat Barack Obama zur Wiederwahl gratuliert. „Die EU und die USA sind die engsten Verbündeten der Welt - unsere Partnerschaft basiert auf zahlreichen gemeinsamen Werten und geteilten Interessen“, erklärte Schulz am Mittwoch in Brüssel. Das EU-Parlament wolle daher eng mit Obama und dem US-Kongress zusammenarbeiten. Dazu gehöre auch, Hindernisse für transatlantischen Handel und Investitionen abzubauen.
08:40 Uhr:

Bundespräsident Joachim Gauck hat Obama viel Glück für seine zweite Amtszeit gewünscht. „Zu Ihrer Wiederwahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gratuliere ich Ihnen, auch im Namen meiner Landsleute, sehr herzlich“, schrieb Gauck am Mittwoch. Als Partner gleicher Werte und Überzeugungen trügen die USA und Deutschland gemeinsam Verantwortung in der Welt. „Wir sind gefordert, die globalen Herausforderungen und Bedrohungen für Freiheit, Frieden, Wohlstand und unsere Umwelt anzunehmen“, betonte Gauck. Dazu werde Deutschland an der Seite der USA auch weiterhin verlässlich seinen Beitrag leisten.

08:00 Uhr:

Obama ist vor seinen Anhängern aufgetreten, gemeinsam mit seiner Frau Michelle und seinen Töchtern und unter frenetischem, minutenlangen Jubel seiner Unterstützer. Zwanzig Minuten hat Obama gesprochen, zum Abschluss regnet es Konfetti zu Klängen des Bruce-Springsteen-Songs "We take care of our own!" Obama betont in seiner Rede mehrfach die Einigkeit der Amerikaner, egal ob Demokraten oder Republikaner „Wir haben hart gekämpft, aber nur weil uns dieses Land so wichtig ist“, sagte er in der Wahlkampfzentrale in Chicago über seinen Konkurrenten Mitt Romney.

Amerika wählt
Geschafft! Obama-Anhänger feiern in Chicago.Weitere Bilder anzeigen
1 von 57Foto: Reuters
07.11.2012 08:02Geschafft! Obama-Anhänger feiern in Chicago.

Er kündigte an, mit dem Republikaner darüber zu sprechen, in welchen Bereichen sie zusammenarbeiten könnten. Nach dem erbitterten Wahlkampf sagte Obama an die Anhänger beider Parteien gerichtet: „Ob ihr in den letzten Wochen ein Romney-Plakat oder ein Obama-Plakat getragen habt - ihr habt etwas bewegt.“ Er verspricht nebenbei, dass er auch die langen Warteschlangen vor den Wahllokalen in den Griff bekommen will. Ein besonderer Dank von Obama geht aber natürlich an seine Familie. An seine Frau Michelle, die er nie mehr geliebt habe als in diesem Moment. Und an seine Kinder, die er liebe - aber, ganz der strenge Vater, schränkt Obama ein: "Ein Hund ist genug". Der Hintergrund: Nach seinem ersten Wahlsieg hatte er seinen Kindern vor den Augen der Öffentlichkeit einen Hund versprochen. Der Portugiesische Wasserhund mit Namen „Bo“ lebt seitdem mit im Weißen Haus. Auch seinem Vize-Präsidenten Joe Biden und seinem Team dankt Obama. "Das beste Team, das es je gab". Er verspricht ein noch ehrgeiziger Präsident zu werden und sagt, dass er von den Wählern gelernt habe. Selbstbewusst verspricht Obama: "The best is yet to come" ("Das Beste kommt noch"). "Four more years, four more years", schallt es durch die Halle. (mit dpa, dapd, AFP, Reuters)

Von Obama bis Washington - alle US-Präsidenten der Geschichte
Donald Trump und Hillary Clinton kandidieren um das Amt als 45. Präsident/-in der Vereinigten Staaten von Amerika. Ihre Vorgänger, von Obama bis Washington, sehen Sie hier in unserer Bildergalerie.Weitere Bilder anzeigen
1 von 45Foto: dpa
07.11.2012 07:54Donald Trump und Hillary Clinton kandidieren um das Amt als 45. Präsident/-in der Vereinigten Staaten von Amerika. Ihre Vorgänger,...

0 Kommentare

Neuester Kommentar