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Venezuelas Oppositionsführer : Guaidó will Hilfslieferungen mit Buskonvoi ins Land holen

Oppositionsabgeordnete sind mit Bussen auf dem Weg zur Grenze zu Kolumbien . Die Regierung warnte die Amerikaner vor einem neuen Vietnam.

Oppositionsmitglieder aus Venezuela sind in Bussen auf dem Weg zur kolumbianischen Grenze.
Oppositionsmitglieder aus Venezuela sind in Bussen auf dem Weg zur kolumbianischen Grenze.Foto: AFP/Yuri Cortez

Venezuelas selbsternannter Übergangspräsident Juan Guaidó ist mit einem Buskonvoi in Richtung der Grenze zu Kolumbien aufgebrochen, um ausländische Hilfslieferungen ins Land zu holen. Gemeinsam mit Oppositionsabgeordneten startete Guaidó am Donnerstagmorgen in der Hauptstadt Caracas, wie ein Sprecher mitteilte.

"Wir brechen mit leeren Fahrzeugen auf, aber wir werden beladen mit Kisten voller Hilfsgüter zurückkehren!" sagte die Oppositionsabgeordnete Delsa Solorzano, die an dem Konvoi teilnahm.

Die humanitäre Hilfe für Venezuela ist zum Spielball im Machtkampf zwischen Präsident Nicolás Maduro und Guaidó geworden. Laut Guaidó sind in dem südamerikanischen Land bis zu 300.000 hungernde Menschen vom Tode bedroht. Der Oppositionsführer und selbsternannte Übergangspräsident hat der Regierung eine Frist bis Samstag gesetzt, um die hauptsächlich von den USA zur Verfügung gestellten Medikamente und Lebensmittel ins Land zu lassen. Die Hilfsgüter sind bislang in Kolumbien blockiert.

Maduro weigert sich kategorisch, US-Hilfen anzunehmen. Venezuelas Regierung hat Häfen und Luftraum gesperrt. Das Militär und die Behörde für die zivile Luftfahrt hätten entsprechende Anweisungen erlassen, berichtete die Tageszeitung „El Universal“ am Donnerstag. Die Schließung gelte ab sofort. Die Armee sei in Alarmbereitschaft versetzt. Oppositionsführer Juan Guaidó hatte der Regierung unter dem sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro eine Frist bis Samstag gesetzt, um die Hilfslieferungen ins Land zu lassen. Maduro verweigert die Einfuhr und spricht von einem Vorwand für eine US-Militärintervention.

Guaido ruft die Bevölkerung zu friedlichen Protesten auf

Die USA schickten auf Bitten Guaidós Hilfsgüter. Sie lagern derzeit in drei Sammelstellen an der kolumbianischen und brasilianischen Grenze zu Venezuela sowie auf der zu den niederländischen Antillen gehörenden Insel Curaçao. In der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta stehen mehrere Hundert Tonnen an Lebensmitteln und Medikamenten bereit. Guaidó kündigte via Twitter an, dass ein Schiff mit 250 Tonnen an Hilfsgütern von Puerto Rico aus unterwegs sei.

Guaidó rief seine Anhänger zu „friedlichen Protesten“ für Samstag auf. Sie sollten zu den Militärstützpunkten gehen und die Einfuhr der Hilfsgüter verlangen, sagte er laut der oppositionsnahen Zeitung „El Nacional“. Die Zeitung berichtet von größeren Militärbewegungen in Richtung kolumbianischer Grenze. Auf Fotos in sozialen Medien ist zu sehen, wie gepanzerte Fahrzeuge transportiert und stationiert werden.

Der stellvertretende Vorsitzende der Regierungspartei PSUV, Diosdado Cabello, rief in der Zeitung „El Universal“ alle Venezolaner auf, die Grenzen des Landes „gegen die ausländische Invasion“ zu verteidigen. Er sprach von einem „psychologischen Krieg“ gegen Venezuelas Regierung und warnte die USA, sie seien auf dem Weg in einen Konflikt wie in Vietnam.

Live-Aid-Konzert am Freitag in kolumbianischer Grenzstadt

Am Freitag werden zu einem Live Aid-Konzert für Venezuela mehr als 200.000 Besucher in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta erwartet. Bei der Veranstaltung, die vom britischen Milliardär Richard Branson organisiert wird, sollen 100 Millionen US-Dollar für Venezuela gesammelt werden. Insgesamt 32 in Lateinamerika bekannte Künstler haben laut den Veranstaltern zugesagt. Dazu gehören Stars wie die kolumbianischen Sänger Juanes und Carlos Vives, Luis Fonsi aus Puerto Rico und Grammy-Preisträger Juan Luis Guerra.

Guaidó hatte sich im politischen Machtkampf mit Maduro am 23. Januar zum Übergangsstaatschef ausgerufen. Inzwischen haben ihn mehr als 40 Länder als legitimen Interimspräsidenten anerkannt. EPD

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