Verdienstausfall in Corona-Zeiten : Familien erhalten länger Hilfe

Eltern oder Alleinerziehende mit Kindern leiden besonders unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie. Nun gibt es für sie eine gute Nachricht.

Hans Monath
Heldin der Arbeit: Mutter im Home Office mit Kind.
Heldin der Arbeit: Mutter im Home Office mit Kind.Foto: imago images/BE&W

Familien können mit einer Verlängerung der staatlichen Unterstützung in der Coronakrise rechnen. Nach der SPD befürwortet nun auch die Union diesen Schritt. CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer und der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder sprachen sich am Montag dafür aus, die Lohnfortzahlung für Familien zu verlängern.

Er sei dafür, sagte Söder am Montag nach Teilnehmerangaben in einer CSU-Vorstandsschalte. Wer in der Coronakrise wegen geschlossener Kitas oder Schulen nicht arbeiten kann und deshalb Verdienstausfälle hinnehmen muss, erhält bisher für sechs Wochen 67 Prozent des Nettoeinkommens, höchstens 2016 Euro im Monat.

Zuvor hatten vor allem Bundesfamilienminister Franziska Giffey, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD) sowie SPD-Parteichefin Saskia Esken darauf gedrängt, die Hilfe länger zu gewährleisten. Experten halten Familien in der Coronakrise für besonders belastet, da Eltern entweder wegen der Betreuung eigener Kinder gar nicht arbeiten können oder aber neben der Arbeit im Home Office ihre eigenen Kinder betreuen oder beschulen müssen.

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Heil sagte, er freue sich, dass jetzt Bewegung in das Thema komme, es sei höchste Zeit zu handeln. Er setze darauf, dass Bund und Länder in den verbleibenden drei Sitzungswochen des Bundestages vor der Sommerpause gemeinsam eine Anschlussregelung finden, sagte Heil. Die Lohnersatzleistung wird von Bund und Ländern je zur Hälfte finanziert, was einige Länder kritisieren.

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Heil verwies darauf, dass es sich zwar um eine individuelle Regelung pro Elternteil handele. Rechnerisch sind demnach insgesamt bis zu zwölf Wochen Entschädigung für den Verdienstausfall möglich. „Aber für einige droht das bald auszulaufen. Deshalb ist schnelles Handeln gefragt“, sagte Heil.

Der Arbeitgeber zahlt das Geld aus und kann es sich von den Behörden erstatten lassen. Weil die Kitas voraussichtlich noch längere Zeit nicht in den Regelbetrieb gehen können, wird nun eine Verlängerung angestrebt. Kramp-Karrenbauer sagte der „Saarbrücker Zeitung“, die Hilfe solle bis zum Ende des Jahres fortgesetzt und die Bezugsdauer von sechs auf zehn Wochen erhöht werden. 

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