Verschleppte Marinesoldaten : Iran will Diplomaten Zugang zu Gefangenen gewähren

Britische Diplomaten dürfen mit den 15 in Iran festgehaltenen Seeleuten in Kontakt treten, allerdings erst nach Abschluss der Ermittlungen. Auch der Irak hat sich in die Bemühungen zur Freilassung der Soldaten eingeschaltet.

Teheran - Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki habe der britischen Außenministerin Margaret Beckett in einem Telefongespräch gesagt, die Diplomaten dürften die Soldaten "nach Abschluss der Ermittlungen" sehen, hieß es in einem Bericht des staatlichen Fernsehsenders Irib.

Die Briten werden an einem geheimen Ort festgehalten. Mottaki wies gleichzeitig Spekulationen zurück, dass Iran die Briten gegen fünf Mitglieder der Revolutionären Garden austauschen wolle, die US-Soldaten im Irak festgenommen hatten.

Irakische Regierung schaltet sich ein

Die irakische Regierung hat sich direkt in den Streit um die britischen Seeleute eingeschaltet. Er habe in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Manuschehr Mottaki die Freilassung der 15 Männer gefordert, die sich in irakischen Gewässern aufgehalten hätten, erklärte der irakische Außenminister Hoschjar Sebari in Bagdad. Die iranische Seite hatte die Soldaten mit der Begründung festgenommen, sie hätten sich auf iranischem Gebiet befunden.

Nach Angaben des iranischen Vize-Außenministers Mehdi Mostafawi wurden die Festgenommenen verhört. Sie sollten aussagen, ob sie irrtümlich oder absichtlich in iranische Gewässer vorgedrungen seien. Die Soldaten gehören zur multinationalen Truppe im Irak und patrouillierten auf der Wasserstraße Schatt el Arab an der Grenze zwischen Iran und Irak.

Nach britischer Darstellung wurden die Soldaten bei der Routinekontrolle eines Handelsschiffes innerhalb irakischer Hoheitsgewässer von der iranischen Marine mit vorgehaltenen Waffen entführt. Nach iranischer Darstellung drangen die Soldaten hingegen illegal in iranisches Hoheitsgebiet ein. Mehrere britische Zeitungen spekulierten darüber, dass mit der Verschleppung Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden freigepresst werden sollen, die im Januar von US-Truppen festgenommen worden waren. (tso/AFP/dpa)

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