Von Pisa bis Kühnert : Das war heute wichtig – die Fragen des Tages

Pisa-Studie, Kevin Kühnert und ein brisanter Mordfall: Hier sind die Themen des Tages im Überblick – und einige besondere Empfehlungen aus der Chefredaktion.

Lesen bildet. Und trägt auch zu guten Leistungen in der Schule bei.
Lesen bildet. Und trägt auch zu guten Leistungen in der Schule bei.Foto: imago/Photocase

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Was ist heute passiert?

  • Die Leistungen der Neuntklässlerinnen und Neuntklässler in Deutschland lassen nach. Sie sind teilweise sogar wieder auf das Niveau zurückgefallen, was sie vor einem Jahrzehnt hatten. Das geht aus der heute veröffentlichten Pisa-Studie hervor, an der weltweit 600.000 Schülerinnen und Schüler beteiligt waren. In Deutschland waren es 5500 Schülerinnen und Schüler. Insgesamt liegt das Niveau der deutschen Studien-Teilnehmer über dem Schnitt. Mehr Hintergründe zur Studie lesen Sie hier.
  • Juso-Chef Kevin Kühnert will SPD-Vize werden. Der bisherige Vize und im Mitgliedervotum um den Parteivorsitz unterlegene Olaf Scholz soll diesen Posten aufgeben. Dafür soll Klara Geywitz, die mit Scholz als Duo zusammen um den Parteivorsitz kandidiert hatte, ebenfalls Vize werden. Welche Posten in der SPD auf dem Parteitag am Wochenende noch neu besetzt werden, lesen Sie hier.
  • Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zum Mordfall in Berlin-Moabit. Hintergrund sind mögliche Verstrickungen staatlicher russischer Stellen in die Tat vom 23. August. Damals wurde der 40-jährige Khangoschwili in Moabit im Kleinen Tiergarten mit Schüssen in den Kopf getötet. Kurz nach der Tat nahm die Polizei einen Russen fest. Der Fall könnte eine schwere diplomatische Krise zwischen Deutschland und Russland auslösen. Mehr Hintergründe lesen Sie hier.
  • Berliner Senat beschließt Bebauungsplan für den Checkpoint Charlie. An dem weltbekannten Ort soll ein öffentlicher Stadtplatz mit (weitgehend) freiem Blick auf die Brandwände entstehen. Außerdem sind ein Museum zum Kalten Krieg sowie Wohnungen und Geschäfte geplant. Dem Beschluss war ein langer Streit vorausgegangen. Mehr Informationen zum Beschluss können Sie hier lesen.
  • Stolperstein für Retter des Schauspielers Michael Degen. Zwei Angehörige des kommunistischen Widerstands gegen das Nazi-Regime nahmen 1943 Anna Degen und den damals elfjährigen Michael Degen bei sich auf, um die beiden vor der Verfolgung durch die Nazis zu schützen - ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben. Mehr Hintergründe der Geschichte lesen Sie hier in der aktuellen Ausgabe des Bezirksnewsletters für Marzahn-Hellersdorf meines Kollegen Ingo Salmen.

Was wird diskutiert?

Natürlich waren die Ergebnisse der Pisa-Studie auch bei uns heute ein großes Thema. Der Föderalismus wurde als Problem ausgemacht, weil es einfach zu viele Zu- und Nicht-Zuständigkeiten gebe. Mein Kollege Malte Lehming stellte aber eine ganz grundsätzliche Frage: Ob es überhaupt sinnvoll ist, sich immer wieder auf die Pisa-Studie zu fokussieren bei der Bewertung der Leistungsfähigkeit der Schüler?

Er glaubt, dass heute auch andere Kriterien als nur Lesen, Schreiben, Rechnen und Allgemeinbildung wichtig seien. Aus der Diskussion entstand dieser Text. Bilden Sie sich ihre eigene Meinung und diskutieren Sie gerne auf unsere Webseite mit.

Was könnte ich heute Abend lesen?

Sie sind oft jung, werden verschleppt und dann zwangsverheiratet. Allein in Berlin werden erleiden jedes Jahr hunderte Frauen dieses Schicksal. Die zwölfjährige Zahra war eine von ihnen. Meine Kollegin Ronja Ringelstein hat ihre Geschichte hier aufgeschrieben.

Der schlimmste Tag im Leben. Wenn Mädchen zur Ehe gezwungen werden. (Gestellte Szene)
Der schlimmste Tag im Leben. Wenn Mädchen zur Ehe gezwungen werden. (Gestellte Szene)Foto: Gabriel Bouys/AFP

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle kurz unser Innovation Lab vorstellen. Ein kleines Team aus Journalisten, Entwicklern und Physikern, die uns viele innovativ erzählte Geschichten und vor allem auch viele Datenauswertungen liefern. Zum Beispiel das Großprojekt "Wem gehört Berlin", das der Tagesspiegel zusammen mit dem Recherchenetzwerk Correctiv gemacht hat. Dafür wurde das Team am Montag mit dem Reporterpreis ausgezeichnet. Wer das Projekt noch nicht kennt und alle Geschichten nachlesen will, der kann das hier tun.

Gibt es was im Fernsehen?

Ganz ehrlich? Für das klassische TV-Programm fällt es mir heute schwer. Aber zur Ehrenrettung: Ein Blick in die ZDF-Mediathek lohnt sich. Mit "West of Liberty" hat sich das Zweite an einer kleinen Polit-Serie probiert. Es geht um einen ehemaligen Doppelagenten für Stasi und CIA, um einen Enthüllungsplattform à la Wikileaks und einen Julian Assange-Verschnitt, der in der syrischen Botschaft fest sitzt. Die Geschichte hat zugegebener Maßen ihre Schwächen, aber die beiden Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring und Lars Eidinger reißen einiges raus.

Was sollte ich für morgen wissen?

Am Mittwoch gibt es neue Zahlen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zur Auswanderung Deutscher und deren Rückwanderung nach Deutschland. Dabei wird man nicht nur viel über die Attraktivität Deutschlands als Wohn- und Lebensort erfahren, sondern vielleicht auch etwas darüber, was das Institut genau macht. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Was ist die Zahl des Tages?

630.000 – So viele Organisationen der Zivilgesellschaft gibt es in Deutschland. Und mehr als 30 Millionen oder rund 43 Prozent der Bundesbürger ab 14 engagieren sich freiwillig. Die Zahlen schwanken regelmäßig je nach Studie. Aber klar ist: Ehrenamt ist wichtig. Deshalb haben wir dafür übrigens auch einen eigenen Newsletter, den man hier kostenfrei abonnieren kann.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend. Wenn Sie Fragen, Anregungen, Kritik zu diesem neuen Newsletter haben, können Sie mir gerne mailen: christian.tretbar@tagesspiegel.de.

Danke und herzliche Grüße
Ihr
Christian Tretbar
Mitglied der Chefredaktion

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