Politik : Vor allem Deutsche machen Krawall in Kopenhagen

Verstärkte Kontrolle der Grenze nach Dänemark / Bisher insgesamt 570 Festnahmen

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Kopenhagen - Nach neuen Krawallen um ein geräumtes Kopenhagener Autonomenzentrum gehen die Behörden verstärkt gegen deutsche Randalier vor. Die Polizei durchsuchte am Samstagmorgen in Dänemarks Hauptstadt mehrere Häuser und nahm 90 Verdächtige fest. Dabei sollten vor allem aus Deutschland angereiste Autonome ausfindig gemacht und ausgewiesen werden, sagte ein Polizeisprecher. Deutsche und dänische Behörden nahmen die Grenzübergänge unter verschärfte Beobachtung, um aus Deutschland anreisende Krawallmacher abzufangen.

Die Krawalle hatten sich in der Nacht zum Samstag ausgeweitet. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben bis zu 300 überwiegend junge Leute fest, nachdem Demonstranten Pflastersteine geworfen, Autos angezündet sowie Straßenbarrikaden errichtet und in Brand gesetzt hatten. Dabei spielten nach Berichten von Augenzeugen aus Deutschland angereiste Autonome eine zentrale Rolle. Bei der nach Mitternacht ausgebrochenen Randale stürmten Vermummte nahe des 1971 von Hippies auf einem ehemaligen Kasernengelände gegründeten „Freistaates Christiania“ das Gymnasium des Stadtteils Christianshavn, demolierten Mobiliar, warfen tausende Bücher auf den Schulhof und verbrannten diese. Im Stadtteil Nørrebro, in dem das zwangsgeräumte „Jugendhaus“ („Ungdomshuset“) liegt, waren in der Nacht zuvor Geschäfte demoliert worden. In beiden Nächten zusammen nahm die Polizei nach eigenen Angaben 570 Verdächtige fest. Das Autonomenzentrum war seit 1981 besetzt. Es ist von der Stadt Kopenhagen an eine Freikirche verkauft worden und wurde am Donnerstag von AntiTerror-Einheiten geräumt. Der dänische Premier Anders Fogh Rasmussen lobte den Polizeieinsatz als „gut und professionell“. Für den späten Samstagabend war eine weitere Demonstration geplant.dpa

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