• Vor der Weltklimakonferenz: Deutschland verdoppelt Geld für Weltklimafonds auf 1,5 Milliarden

Vor der Weltklimakonferenz : Deutschland verdoppelt Geld für Weltklimafonds auf 1,5 Milliarden

Die Folgen des Klimawandels sind besonders in ärmeren Ländern zu spüren. Deutschland verspricht, sie finanziell stärker zu unterstützen.

Entwicklungsminister Gerd Müller.
Entwicklungsminister Gerd Müller.Foto: Mike Wolff

Deutschland wird seinen Beitrag zur Finanzierung des Weltklimafonds auf 1,5 Milliarden Euro verdoppeln. „Ernährung und Klimaschutz sind die Überlebensfragen der Menschheit und deshalb ist der Klimaschutz ein Schwerpunkthema der deutschen Entwicklungspolitik“, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am Mittwoch in Berlin. Vor der Weltklimakonferenz in Kattowitz in der kommenden Woche rief er auch andere Industriestaaten auf, sich verstärkt für den Welklimafonds („Green Climate Fund“) zu engagieren. In Polen wird ab kommender Woche über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens beraten.

Der 2010 initiierte Fonds ist das zentrale Instrument der internationalen Klimafinanzierung. Er fördert sowohl Minderungs- als auch Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungs- und Schwellenländern, etwa den großflächigen Aufbau erneuerbarer Energien. Der deutsche Beitrag wird laut Müller ab 2019 verdoppelt.

Die Industriestaaten haben vor Jahren zudem versprochen, dass ab 2020 insgesamt jährlich 100 Milliarden Dollar (88 Mrd Euro) aus öffentlichen und privaten Mitteln an die ärmeren Länder fließen. Dazu soll der Weltklimafond wesentlich beitragen.

Müller stellte daneben eine „Allianz für Entwicklung und Klima“ vor. Die Mitglieder streben demnach an, klimaneutral zu werden, indem sie Emissionen vermeiden, reduzieren und kompensieren. Als Beispiele nannte Müller erneuerbare Energien, großflächige Aufforstungsprojekte, den Schutz der Regenwälder, die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe und Humusbildung in der Landwirtschaft. Dabei sind Unternehmen wie Bosch, die Commerzbank und der Rückversicherer Munich Re, aber auch Behörden und Vertreter der Zivilgesellschaft.

Mit dem Pariser Klimaabkommen hatten 2015 fast alle Staaten der Welt gemeinsam vereinbart, den Anstieg der globalen Temperatur bei weniger als zwei Grad und möglichst sogar bei nur 1,5 Grad zu stoppen. Vergleichsmaßstab ist die Zeit vor der Industrialisierung. Auch wegen des Ausstiegs der USA unter Präsident Donald Trump sind die Pariser Klimaziele in Gefahr.

Die Auswirkungen des Klimawandels beträfen die Entwicklungsländer besonders, obwohl vor allem die Industriestaaten Treibhausgase ausstießen, sagte Müller. „Die Vorhersagen sind: Erreichen wir das Zwei-Grad-Ziel nicht, was derzeit nicht in Sicht ist, wird es fünfzig, hundert Millionen Klimaflüchtlinge schon in den nächsten 20 Jahre geben“, sagte Müller. Wenn China und Indien eine Elektrifizierung auf Basis von Kohle, Öl und Gas vollzögen, werde der Ausstoß Europas um ein Mehrfaches übertroffen. „Der Klimaschutz weltweit entscheidet sich in den Schwellenländern und deshalb ist es eine internationale Herausforderung“, sagte er. (dpa)

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