Waldbrände : Feuer nahe Potsdam behindern Ferienverkehr

Die Brände bei Potsdam sind zwar unter Kontrolle, doch die Autobahn A9 in Richtung Leipzig bleibt gesperrt. Die Waldbrandgefahr ist weiterhin hoch.

Ein Wasserwerfer der Polizei löscht am Rande eines Waldgebietes auf der Autobahn.
Ein Wasserwerfer der Polizei löscht am Rande eines Waldgebietes auf der Autobahn.Foto: Christian Pörschmann/dpa

Die großflächigen Waldbrände bei Potsdam haben zu massiven Beeinträchtigungen im Straßenverkehr auf Brandenburger Autobahnen und Straßen geführt. Betroffen davon waren auch viele Urlaubsreisende, denn bis zum 5. August sind nun in allen Bundesländern Sommerferien.

Am Freitag war die A9 vom Dreieck Potsdam in Richtung Süden gesperrt. Die A10 rund um das Dreieck Potsdam ist am Mittag wieder freigegeben worden. Seit Donnerstagnachmittag war die wichtige innereuropäische Ost-West-Achse nicht befahrbar. Auto- und Lastwagenfahrer wurden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren, auf den nahen Umleitungsstrecken und in der Innenstadt von Potsdam stauten sich Fahrzeuge jedoch kilometerweit. Wie lange die A9 in Richtung Leipzig für die Löscharbeiten gesperrt bleiben muss, konnten die Behörden am Freitagnachmittag noch nicht sagen.

In dem Waldgebiet bei Fichtenwalde nahe Potsdam, wo der Großbrand am Donnerstag ausgebrochen war, haben die Einsatzkräfte das Feuer inzwischen unter Kontrolle. Allerdings gebe es noch Glutnester, sagte eine Kreissprecherin. „Wir hoffen, dass es mit dem Wind weiter so bleibt, weil Funkenflug immer gefährlich werden kann“, sagte sie. Erschwert wurden die Löscharbeiten durch Munitionsreste im Boden, weshalb ein Löschpanzer und ein Löschhubschrauber der Bundeswehr zum Einsatz kamen. Insgesamt beteiligten sich rund 1000 Einsatzkräfte an den Löscharbeiten.

Die Waldbrandgefahr im gesamten Bundesgebiet bleibt weiter hoch. Allein in Brandenburg hat es in diesem Jahr bereits 275 Waldbrände gegeben, teilte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Raimund Engel, mit. 2017 waren 138 Brände gezählt worden. In zwei Landkreisen in Mecklenburg-Vorpommerns ist es ab Samstag vorerst verboten, die Waldflächen zu betreten. Dies verfügte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) am Freitag. Die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Mecklenburgische Seenplatte umfassen rund ein Drittel der gesamten Landesfläche. Wander- und Fahrradwege dürfen jedoch weiter genutzt werden.

In Potsdam verfügte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) am Freitag ein Grillverbot auf allen öffentlichen Stadtflächen. In einer Mitteilung erklärte Jakobs, dass bis zu 50000 Euro Bußgeld drohen, sollten Bürger sich der Anordnung widersetzen. Auch in Berlins Wäldern gilt weiter hohe Waldbrandgefahr. Die Senatsumweltverwaltung erinnerte an das Rauch- und Grillverbot in den Wäldern sowie an Seen und der Havel.

Ein Wetterumschwung ist derweil nicht in Sicht. Am Wochenende erwarten Meteorologen in Berlin und Brandenburg Temperaturen bis zu 34 Grad. Vereinzelt könne es in der Nacht auf Sonntag aber lokale Hitzegewitter geben. (mit dpa/AFP)

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