Update

Wegen Inhaftierung von Pastor Brunson : USA drohen Türkei mit weiteren Sanktionen

Die US-Regierung plant weitere Sanktionen, wenn die Türkei den US-Pastor Andrew Brunson nicht schnell frei lässt. Präsident Trump bekräftigt seine harte Haltung.

US-Präsident Donald Trump und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Besuch in Brüssel.
US-Präsident Donald Trump und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Besuch in Brüssel.Foto: Tatyana ZENKOVICH/AFP

Die US-Regierung hat Ankara mit weiteren Sanktionen gedroht, sollte der in der Türkei festgehaltene US-Pastor Andrew Brunson nicht bald freikommen. Die US-Regierung plane weitere Konsequenzen, wenn die Türkei "ihn nicht schnell frei lässt", sagte Finanzminister Steven Mnuchin am Donnerstag bei einer Kabinettssitzung in Washington in Anwesenheit von Medienvertretern.

Der evangelikale Pfarrer Brunson sitzt seit Oktober 2016 unter Spionage- und Terrorvorwürfen in türkischer U-Haft. US-Präsident Trump und sein Vize Mike Pence dringen seit langem auf seine Freilassung. Anfang August verhängte Trump wegen des Konflikts Sanktionen gegen zwei türkische Minister und schickte damit die ohnehin schwächelnde türkische Lira auf Talfahrt. Am Mittwoch wies ein Gericht in Izmir einen erneuten Antrag Brunsons auf seine Freilassung zurück.

US-Finanzminister Steven Mnuchin (Archivbild) kündigte mögliche neue Sanktionen gegenüber der Türkei an.
US-Finanzminister Steven Mnuchin (Archivbild) kündigte mögliche neue Sanktionen gegenüber der Türkei an.Foto: AFP/EITAN ABRAMOVICH

Trump bekräftigte seine harte Haltung gegenüber der Türkei. Das Land habe die USA viele Jahre ausgenutzt, schrieb Trump am späten Donnerstagabend auf Twitter. Nun hielten sie "unseren wunderbaren christlichen Pastor" als Geisel, erklärte er unter Anspielung auf den in der Türkei festgehaltenen Andrew Brunson. "Wir werden nichts zahlen für die Freilassung eines unschuldigen Mannes, aber wir fahren bei der Türkei zurück", schrieb er, ohne die Aussage weiter zu erläutern.

Aus US-Regierungskreisen verlautete, Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton habe es bei einem Treffen mit dem türkischen Botschafter Serdar Kilic abgelehnt, über Bedingungen für die Freilassung des Geistlichen zu sprechen. Es werde keine Verhandlungen geben, habe Bolton gesagt und gefordert: "Lassen Sie Brunson frei."

Die türkischen Zölle für US-Autos betragen 120 Prozent

Außerdem verdoppelte Trump die Zölle auf türkische Stahl- und Aluminiumimporte. Als Vergeltung rief der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seine Landsleute am Dienstag zum Boykott elektronischer Geräte aus den USA auf. Am Mittwoch hob die türkische Regierung die Einfuhrzölle auf mehrere US-Produkte deutlich an.

Von den neuen Zöllen, die Präsident Recep Tayyip Erdogan per Dekret in Kraft setzte, sind vor allem Autos, alkoholische Getränke, Tabak- und Kosmetikprodukte aus den USA betroffen. Für Autos betragen sie 120 Prozent, für alkoholische Getränke 140 Prozent und für Tabak 60 Prozent. Trumps Sprecherin Sarah Sanders erklärte dazu am Mittwoch, die Anhebung der Zölle sei "sicher bedauerlich und ein Schritt in die falsche Richtung". (AFP)

Der Tagesspiegel kooperiert mit dem Umfrageinstitut Civey. Wenn Sie sich registrieren, tragen Sie zu besseren Ergebnissen bei. Mehr Informationen hier.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

23 Kommentare

Neuester Kommentar