Weiterer Rückzug vom Atomabkommen : Iran nimmt Urananreicherung in Fordo wieder auf

Mehrere Jahre hatte der Iran die Anreicherung von Uran in der Anlage Fordo ausgesetzt. Nun läuft sie wieder an – als ein Schritt zur Abkehr vom Atomabkommen.

Ein Satellitenbild der iranischen Atomanlage Fordo
Ein Satellitenbild der iranischen Atomanlage FordoFoto: dpa/AP/Satellite image ©2019 Maxar Technologies

Der Iran hat in der Nacht zu Donnerstag die Urananreicherung in der Atomanlage Fordo offiziell wieder aufgenommen. Das teilte die iranische Atomenergiebehörde mit. Die Wiederaufnahme der Urananreicherung in Fordo 180 Kilometer südlich von Teheran stellt einen weiteren Schritt zur Abkehr des Landes vom internationalen Atomabkommen dar.

In der Folge des 2015 geschlossenen Atomabkommens war die Urananreicherung in der unterirdischen Anlage von Fordo ausgesetzt worden. Die Anzahl der Zentrifugen in den Anlagen Fordo und Natans war im Zuge des Vertrags um mehr als zwei Drittel auf5060 reduziert worden. Gemäß dem Abkommen hätte der Iran erst ab 2025 die Urananreicherung wieder ausbauen dürfen.

Präsident Hassan Ruhani hatte am Dienstag angekündigt, dass sein Land die Urananreicherung in Fordo wiederaufnehmen werde. Es handele sich um die "vierte Etappe" des schrittweisen Rückzugs aus dem Atomabkommen. Die EU und Russland reagierten besorgt.

Die USA waren im Mai 2018 einseitig aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und verfolgen seitdem mit immer neuen Sanktionen eine Politik des "maximalen Drucks" gegenüber Teheran.

Der Iran hielt sich zunächst weiter an die Vereinbarungen in der Hoffnung, sie mit den verbliebenen Vertragspartnern Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China retten zu können. Am ersten Jahrestag von Trumps Austritt verkündete der Iran jedoch, seine Verpflichtungen schrittweise zu reduzieren. (AFP)

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