Politik : Zentralrat der Juden will Bildungspakt

-

Berlin/Jerusalem - Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, hat bei einem Solidaritäts- und Toleranzgebet nach dem Anschlag auf einen jüdischen Kindergarten einen nationalen Sicherheits- und Bildungspakt gegen Rechtsextremismus gefordert. Die Lehre aus der Schoah seien nicht Schuldvorwürfe an die Deutschen, sondern die Verantwortung dafür, dass so etwas nie wieder passieren kann, sagte Kramer am Donnerstag. Nach seiner Ansicht stelle das Werfen einer Brandbombe in einen jüdischen Kindergarten einen Vorfall von neuer Qualität dar.

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Gideon Joffe, verteidigte den von ihm angeregten sogenannten Kippa-Test, wonach Nichtjuden mal mit einer jüdischen Kopfbedeckung durch Berlin laufen sollten. Wer offen jüdische Symbole mit sich führe, werde erkennen, wo überall in Deutschland Antisemitismus lauere.

Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, äußerte sich besorgt über antisemitische Vorfälle: „Wir als katholische Kirche sind sehr sensibilisiert, wenn so etwas passiert wie jetzt in Berlin“, sagte Lehmann dem Tagesspiegel. Lehmann, zur Zeit auf Israelreise, äußerte Verständnis dafür, dass sich Juden bedroht fühlten. Jedes Mal wenn er etwas über Antisemitismus sage, werde er beschimpft und erhalte Briefe, „die von einer Grobschlächtigkeit und Unflätigkeit sind, die der Beschreibung spotten“.

Kanzlerin Angela Merkel sicherte der Jüdischen Gemeinde in einem Brief an den Kindergarten die volle Unterstützung der Bundesregierung zu.ddp/clk

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar