Zwei Wochen nach Ausstieg aus INF-Vertrag : USA testen konventionelle Mittelstreckenrakete

Die Rakete habe ihr Ziel nach einem Flug von mehr als 500 Kilometern „exakt“ getroffen, meldet das Pentagon. Der Test wäre noch vor kurzem verboten gewesen.

Anfang August hatten die USA den INF-Vertrag zum Verbot von Mittelstreckensystemen aufgekündigt - dagegen gab es weltweit Protest.
Anfang August hatten die USA den INF-Vertrag zum Verbot von Mittelstreckensystemen aufgekündigt - dagegen gab es weltweit Protest.Foto: imago images/epd/Christian Ditsch

Die USA haben rund zwei Wochen nach ihrem Ausstieg aus dem INF-Abrüstungsvertrag mit Russland eine Mittelstreckenrakete getestet. Wie das US-Verteidigungsministerium am Montag mitteilte, wurde die landgestützte und konventionelle Rakete am Vortag von der San-Nicolas-Insel vor der kalifornischen Küste abgefeuert. Die Rakete habe am Sonntag in Kalifornien nach einem Flug von mehr als 500 Kilometern ihr Ziel "exakt" getroffen.

Der Raketentest wäre unter den Vorgaben des INF-Vertrags verboten gewesen. Die USA waren am 2. August aus dem Vertrag mit der Begründung ausgestiegen, dass Russland das Abkommen bereits seit Jahren verletze. Die Regierung in Moskau weist dies zurück. Direkt nach dem Ausstieg hatte US-Verteidigungsminister Mark Esper die rasche Entwicklung neuer US-Raketensysteme angekündigt.

Das Ende des Vertrags von 1987 hat Ängste vor einem neuen globalen Rüstungswettlauf geschürt. Das Abkommen verbot landgestützte Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern, die Atomsprengköpfe tragen können.

Zu dem jetzigen Test erklärte das Pentagon zwar, es habe sich um eine "konventionell konfigurierte" Rakete gehandelt. Allerdings können ursprünglich für konventionelle Sprengköpfe vorgesehene Raketen später so eingerichtet werden, dass sie atomare Sprengköpfe befördern können.

Nach Angaben des Pentagon verlief der Test erfolgreich. Die Daten und Erfahrungen aus dem Test sollten nun für die Entwicklung künftiger "Mittelstreckenkapazitäten" verwendet werden, hieß es. (AFP, Reuters)

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