zum Hauptinhalt

Landeshauptstadt: Murmelreise

17. Internationaler Spielmarkt auf Hermannswerder: 55 Stände, 145 Workshops

Stand:

Unter den Ossis ist Abnehmen beliebter als unter den Wessis. Das jedenfalls ist die Erfahrung von Lothar Walschik. Dem 57-jährigen Bremer geht es allerdings nicht um Diäten und Gewichtsverlust: Er redet stattdessen vom „Abnehmspiel“, bei dem mit einem Stoffband auf den Fingern verschiedene Figuren gebildet werden. Über 5000 Figuren kennt Walschik. In seiner Heimatstadt ist er Mitglied der Gruppe „Aboinudi“, die deutschlandweit mit Fadenkünstlereien, zum Beispiel bei Schwarzlicht, auftritt. Das Spiel komme jedoch eigentlich von den Ureinwohnern Australiens, Amerikas und der Arktis, erklärt Walschik. Momentan ist er beim 17. Internationalen Spielmarkt auf Hermannswerder zu Gast. Die zweitägige Veranstaltung eröffnete gestern Morgen auf dem dortigen Gelände der Hoffbauer-Stiftung.

Während im Zirkuszelt die Spielexperten auf dem Podium über das diesjährige Motto – „Balance riskieren“ – diskutierten, probierten viele Besucher die Angebote gleich praktisch aus. In diesem Jahr locken 55 Stände mit Spielen, Büchern oder Puppen. Dazu kommen 145 Workshops und Aktionen, sagt Spielmarkt-Sprecher Thomas Aßmann. Für Spieler muss der Markt ein Paradies sein: 3300 Gäste kamen dafür im vergangenen Jahr nach Potsdam, so Aßmann.

Einen kurzen Anfahrtsweg hatten Aileen Schomacker und Josefine Zeise: Die beiden werden bei der Hoffbauer-Stiftung auf Hermannswerder zu Sozialassistenten ausgebildet. Gestern machten sich die Potsdamerinnen auf „Murmelreise“. Die Aufgabe: Eine Holzkugel von etwa zehn Zentimetern Durchmesser muss über eine „Rutsche“ befördert werden. Die „Rutsche“ besteht aus einem der Länge nach geöffneten Plastik-Drainage-Rohr. Die Mitspieler halten je ein Teilstück des Rohr-Weges. Diese Teilstücke müssen von den Teilnehmern dann ständig vom Ende der Strecke an den Anfang getragen werden, damit die Murmel weiterlaufen kann. Das ist leichter gesagt als getan. Die Mädchen feuern sich kichernd an, geraten dabei aber immer wieder in Hektik: Dann kommt die Kugel zu sehr in Fahrt und fliegt über den Rand des Rohres in die Wiese. Mit diesem Kooperationsspiel sollen Kommunikation und Bewegungen trainiert werden, erklärt David Haustein vom „Zentrum für Soziales Lernen“, der die „Murmelreise“ aus Magdeburg mitgebracht hat.

Der jährliche Spielmarkt ist eine Veranstaltung der evangelischen Jugend. Träger sind neben der Hoffbauer-Stiftung Potsdam und der Stephanus-Stiftung Berlin die Evangelische Kirche Berlin/Brandenburg/Schlesische Oberlausitz, die Evangelisch-lutherische Landeskirche Sachsen sowie die Evangelischen Kirchen in Mitteldeutschland. JaHa

Der Markt hat heute von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt: 7 Euro. Für Jugendliche, Kinder, Familien, Inhaber der Jugendleiter-Karte und ab 16 Uhr gibt es Ermäßigungen.

Zur Startseite

showPaywall:
false
isSubscriber:
false
isPaid:
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })