Bill Gates in Potsdam: SPD will soziales Gleichgewicht herstellen
Die Sozialdemokraten wollen auf ihrer derzeit stattfindenden Jahresauftaktklausur in Potsdam die Weichen für den Bundestagswahlkampf stellen. Am Montag (28.01.2013) wird der Microsoft-Gründer Bill Gtes als Gast des SPD-Parteivorstandes in Potsdam erwartet.
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Potsdam - Der Microsoft-Gründer Bill Gates hat Deutschland und Europa aufgefordert, trotz der Eurokrise in ihrem Kampf gegen Hunger und Not in der Welt nicht nachzulassen. Die Welt sei kurz davor, enorme Erfolge im Kampf gegen Krankheit und globale Armut zu erzielen, sagte Gates in einem Interview der SPD-Parteizeitung „vorwärts“. „Und Deutschland spielt eine entscheidende Rolle, um zu gewährleisten, dass wir diesen Erfolg erreichen.“
Gates verwies darauf, dass in den vergangenen 50 Jahren bereits enorme Fortschritte erzielt worden seien: So seien 1960 noch 20 Millionen Kinder vor Vollendung des 5. Lebensjahres gestorben, 2011 seien es weniger als 6,9 Millionen gewesen. Aber es gebe noch „riesige Ungleichheiten“, betonte er. „Wir haben noch einen langen Weg vor uns, um sicherzustellen, dass jedes geborene Kind, unabhängig davon, ob es in einem reichen oder einem armen Land geboren wurde, eine gleiche Chance auf ein gesundes Leben hat.“
Gates erinnerte daran, dass Deutschland 2015 den G-8-Gipfel ausrichte. „Das ist das Jahr, in dem die Welt über eine Reihe neuer Entwicklungsziele entscheiden wird.“ Der Microsoft-Gründer, der mit seiner privaten Stiftung zahlreiche Entwicklungshilfeprojekte fördert, ist am Montag Gast bei der Jahresauftaktklausur des SPD-Parteivorstandes im Inselhotel in Potsdam.
Die SPD will bei der Bundestagswahl besonders um Stimmen von Anhängern der Linken und der Piratenpartei kämpfen, um eine rot-grüne Mehrheit zu schaffen. „Jede Stimme an die Linkspartei und an die Piraten ist eine verschenkte Stimme, wenn man einen Richtungswechsel will“, sagte Parteichef Sigmar Gabriel am Sonntag am Rande der Klausur der SPD-Spitze in Potsdam. Einem Bündnis mit der Linken auf Bundesebene erteilte er erneut eine klare Absage. Die Linke bestehe aus zwei Parteien: Pragmatikern im Osten und „linken Sektierern und SPD-Hassern im Westen“. Ein Bündnis mit einem so
unsicheren Partner wäre unverantwortlich für die größte Volkswirtschaft Europas. epd/dpa
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