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0:6 beim FC Bayern : Der HSV unterliegt HSV-typisch in München

Nach 19 Minuten führt der FC Bayern München gegen den Hamburger SV bereits mit 3:0. Danach lässt es der Tabellenführer ruhiger angehen und gewinnt 6:0.

Bild mit Symbolcharakter. Der HSV liegt am Boden, Robert Lewandowski ist auf dem Weg zum nächsten Tor.
Bild mit Symbolcharakter. Der HSV liegt am Boden, Robert Lewandowski ist auf dem Weg zum nächsten Tor.Foto: Tobias Hase/dpa

Es war wie fast immer in der Arena in München, wenn die Gäste aus dem Norden vorbeigucken. Der Hamburger SV kam und schaute dann beim Fußball zu, den die Bayern zelebrierten. Nach den Klatschen der jüngeren Vergangenheit – 0:5, gleich zweimal 0:8, 2:9, um nur einige zu nennen – setzte es am Samstag für den Tabellenvorletzten ein 0:6 (0:3) beim Meister. Damit waren die Hamburger noch sehr gut bedient. Die Niederlage schiebt das Gründungsmitglied der Bundesliga wieder ein Stück weiter in Richtung Zweite Liga. Auf Rang 16 fehlen sieben Punkte. Bei nur noch acht ausstehenden Spielen.

„Natürlich sind die Bayern nicht unser Maßstab, hier kann man verlieren. Aber die Art und Weise hat mir nicht gefallen, wir haben uns nicht genug gewehrt“, sagte Trainer Bernd Hollerbach. Es war schon erstaunlich, wie wenig sich der HSV aufbäumte.

In der 19. Spielminute war bereits absehbar, dass es ein Debakel geben wird. Da führten die Bayern nach einem Tor von Franck Ribéry und zwei Treffern von Robert Lewandowski schon 3:0. Hochgerechnet auf 90 Minuten und etwas Nachspielzeit drohte dem HSV also ein Untergang von einer einmaligen Dimension. Aber zum Glück für Hamburg ließ es der Meister für den Rest der ersten Halbzeit etwas gemächlicher angehen. „Wir sind sehr gut ins Spiel gestartet und haben sehr früh die ersten drei Tore erzielt“, sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes. Und fügte etwas an, was angesichts der Zahlen nicht überraschen konnte: „Das war ein souveräner Sieg.“ Sorgen machte sich Heynckes dagegen um Corentin Tolisso: „Er hat ganz starke Schmerzen.“ Tolisso hatte sich bei einem Pressschlag mit Vasilije Janjicic am Schienbein verletzt. Eine abschließende Diagnose steht aus.

Lewandowski trifft im zweiten Versuch

Was der HSV über 90 Minuten anbot, war schon fast dreist. Vor allem Deckungsverhalten und Raumaufteilung waren der Bundesliga nicht angemessen. Offensiv fanden die Hamburger ohnehin nicht statt. Der HSV kam nicht in die Nähe des Tores von Sven Ulreich. Die Bayern konnten sich den Ball fast immer in aller Ruhe zuspielen und nach Lücken suchen. Von denen gab es reichlich in der Defensive der Gäste. Trainer Hollerbach wechselte in seiner Verzweiflung Dennis Diekmeier bereits nach 23 Spielminuten aus, für ihn kam das Schweizer Talent Janjicic. Mehr Stabilität bekam die Defensive der Hanseaten dadurch allerdings auch nicht.

Immerhin dauerte es bis zur zweiten Halbzeit, ehe Arjen Robben das überfällige 4:0 schoss – es war ein HSV-typisches Gegentor: Robben spielte Lewandowski am Strafraum an, der per Hacke auf Thomas Müller weiterleiten wollte. Doch der Pass sprang Rick van Drongelen ans Bein und von dort in den Lauf von Robben, der aus 15 Metern traf. Dann traf Ribéry nach einem wunderschönen Solo zum 5:0.

Bald darauf hätte Lewandowski seinen dritten Treffer erzielen müssen. Zuvor hatte Kyriakos Papadopoulos Gegenspieler Thiago gefoult, aber der Pole setzte den Elfmeter über die Latte. Es gab noch eine zweite Chance, nämlich den nächsten Foulelfmeter für die Bayern, verschuldet von Filip Kostic gegen Joshua Kimmich. Diesmal traf Lewandowski. Nach dem Treffer in der Schlussminute war der HSV dann bald erlöst. (Tsp)

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