1:2 bei Bayer Leverkusen : 1. FC Köln: Auf dem Weg nach unten

Der Tabellenletzte 1. FC Köln verliert 1:2 bei Bayer Leverkusen und ist damit in der Liga auch nach zehn Spieltagen noch ohne Sieg.

Köln verteidigte sich wacker, verlor am Ende aber doch.
Köln verteidigte sich wacker, verlor am Ende aber doch.Foto: dpa

Ist der 1. FC Köln noch zu retten? Es sieht nicht danach aus. Am Sonnabend spielten die Kölner bei Bayer Leverkusen eine Halbzeit lang sehr hoffnungsvoll auf, dann aber waren sie doch überfordert gegen das Mittelfeldteam von Heiko Herrlich und verloren schließlich 1:2 (1:0). Es war bereits die achte Niederlage am zehnten Spieltag für den Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga, der mit zwei Punkten doch stracks Richtung Zweite Liga zu marschieren scheint.

Da hatten sich die Anhänger von Bayer Leverkusen etwas Lustiges einfallen lassen. Vor dem Spiel hissten sie in der Kurve ein Riesentransparent mit der Aufschrift: „Goatbusters for hire! We`re back“. Als Anspielung lief der Titelsong aus dem Uralt-Hollywood-Quatsch „Ghostbusters“ und natürlich dann auf den Geißbock, das Maskottchen vom FC. Die Ziegenjäger aus Bayer also sollten es richten, forderten die offensichtlich schon sehr in die Jahre gekommenen Anhänger von Bayer.

Das Spiel war dann aber insgesamt weniger spaßig, wurde dafür von beiden Seiten sehr ernsthaft geführt. Für die Kölner, unter der Woche 3:1-Sieger im DFB-Pokal bei Hertha BSC, war es natürlich eminent wichtig, in der Liga endlich etwas an der misslichen Lage zu ändern. Mit zwei Punkten und keinem Sieg nach neun Spieltagen ist bisher noch jedes Team aus der Bundesliga abgestiegen. Peter Stöger wollte sich trotzdem nicht zu weit hinauslehnen. „Wenn ich nun sage, das müssen wir in jedem Fall gewinnen und dann klappt das nachher nicht, dann weiß ich schon, was für Fragen kommen“, sagte der Kölner Trainer.

Köln agierte zuerst sehr effizient

Mit 30.210 Zuschauern war die Arena in Leverkusen erstmals in dieser Saison ausverkauft. Die bisherige Bilanz in der Bundesliga sprach mit 22:14 Siegen ganz klar für Bayer. Wie sagte schon einst der selige Trainer-Guru Max Merkel: „Zum shoppen musst du nach Köln, zum Fußball schauen nach Leverkusen.“ Bayern war ja eigentlich in den vergangenen Jahrzehnten fast immer besser – erstaunlicher Weise aber endeten 24 Spiele Unentschieden. Köln durfte sich angesichts der jüngsten Ergebnisse aber durchaus Hoffnung machen. Aus Leverkusen nahm der FC in den jüngsten beiden Spielzeiten immer etwas mit – in der vergangenen Saison einen (2:2) und vor zwei Jahren sogar drei Punkte (2:1).

Bayer war zunächst die spielbestimmende Mannschaft, hatte mehr Ballbesitz. Aber das nützte den Gastgebern erst einmal nichts, in Führung gingen nämlich etwas unvermittelt die Kölner. Sehrou Guirassy verwandelte zentral kurz vor dem Torraum wartend nach geschickter Körperdrehung einen Einwurf von Frederik Sörensen. Leverkusens Torwart Bernd Leno machte für das zentral platzierte Schüsschen Platz, indem er einfach zur Seite sprang. Das wirkte dann schon etwas kurios. Für den Franzosen in Diensten der Kölner war es der erste Bundesligatreffer überhaupt.

So geht das manchmal. Die so stark kriselnden Kölner agierten erstaunlich effizient. Dabei hatte Stöger noch vor dem Spiel gesagt: „Wir treffen auf einen Gegner, der sehr schwierig ausrechenbar ist und über ein unglaubliches Potenzial im Offensivbereich verfügt.“ Das sah – zumindest was den Faktor Ausrechenbarkeit anging – dann am Samstag in Leverkusen anders aus. Bayer stürmte zwar auch nach dem Rückstand weiter an, wirkte dabei aber zu ideenlos.

Leverkusen bestimmte die zweite Hälfte

Gegen Ende der ersten Halbzeit kombinierten die Gastgeber dann erstmals richtig sehenswert. Nach einer schönen Spielverlagerung von Charles Aranguiz auf die linke Seite spielten sich Julian Brandt und Wendell den Ball per Doppelpass zu und Wendell schoss den Ball flach in die Mitte, wo Kai Havertz direkt abzog. Der Kölner Dominique Heintz warf sich noch dazwischen und verhinderte den Ausgleich.

Bayer bestimmte mit Wiederbeginn das Geschehen, die Kölner wurden sofort wieder in die eigene Hälfte gedrängt. Der Ausgleich war nur eine Frage der Zeit und nach einer knappen Stunde war es so weit, nach einem schönen Steilpass von Kevin Holland traf Leon Bailey für die Leverkusener. Die Kölner wagten sich danach dann doch wieder mal in den gegnerischen Strafraum. Leonardo Bittencourt kam zum Abschluss, er verfehlte aber genauso deutlich das Kölner Tor wie dann später Guirassy.

Dann aber nahm das Unheil für die Kölner doch seinen Lauf: Sven Bender gelang eine gute Viertelstunde vor dem Ende das 2:1 für Bayer. Irgendwie hatte ja Peter Stöger dann doch wieder recht gehabt, auch das rheinische Derby brachte nicht die Wende zum Guten für den FC. Dabei waren die Kölner einem Punkt sehr nah – aber das reichte nicht. Volland traf zwar noch zum 3:1 für die Gastgeber – aber das Tor zählte wegen eines vorangegangenen Handspiels von Bailey nicht.

So fand eine Woche, die in Köln mit der Trennung von Geschäftsführer Jörg Schmadtke unruhig begonnen hatte, dann am Mittwoch mit dem Pokalsieg in Berlin besser wurde, doch einen trüben Abschluss für Stöger und seine Mannschaft. Disskussionen um die Zukunft des Trainers wären nun keine Überraschung mehr. (Tsp)

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