2:1 gegen starke Paderborner : Hertha BSC feiert glücklichen ersten Saisonsieg

Rückkehrer Javairo Dilrosun und Marius Wolf sorgen für die Tore beim 2:1 für Hertha BSC. Dabei ist der SC Paderborn mindestens gleichwertig.

Premiere. Marius Wolf (l.) erzielte gegen den SC Paderborn sein erstes Tor für Hertha BSC.
Premiere. Marius Wolf (l.) erzielte gegen den SC Paderborn sein erstes Tor für Hertha BSC.Foto: Tom Weller/dpa

Die Erleichterung war allerorten spürbar. Aus der Ostkurve erklang ein kollektiver Jubelschrei, wie man ihn lange nicht mehr gehört hatte im Berliner Olympiastadion. Unten auf dem Feld fielen sich die Profis von Hertha BSC um den Hals – und auf der Trainerbank brach es auch aus Ante Covic heraus.

Vor 43 588 Zuschauern hat der Berliner Fußball-Bundesligist am Samstag den ersten Saisonsieg gefeiert. Mit 2:1 (1:0) setzte sich der nunmehr ehemalige Tabellenletzte gegen seinen unmittelbaren Nachbarn aus Paderborn durch und verschaffte sich nach zuvor vier sieglosen Begegnungen zum Auftakt ein wenig Ruhe und Genugtuung. „Das war kein leichtes Spiel für uns, aber wir haben uns reingekämpft“, sagte Innenverteidiger Niklas Stark. „Die Stimmung war super, das Ergebnis stimmt – das haben wir gebraucht“, ergänzte er. „Ich freue mich für die Jungs, dass sie jetzt mit einem Sieg aufwachen können“, befand Ante Covic.

Der Trainer wich von seinem zuletzt in Mainz praktizierten 3-5-2-System ab und schickte eine 4-2-3-1-Formation aufs Feld. Damit gingen auch zwei personelle Änderungen einher: für Jordan Torunarigha und Dodi Lukebakio begannen Lukas Klünter und Javairo Dilrosun. Vor allem letzterer Wechsel sollte sich als zielführende Eingabe des Trainers erweisen. Der junge Niederländer bereitete ein Tor vor, erzielte eines selbst und war bester Mann auf dem Feld.

Beide Mannschaften agierten zunächst zurückhaltend und waren darauf bedacht, keineswegs früh in Rückstand zu geraten – ein Punkt, den Covic vor dem Aufeinandertreffen der bis dato einzig sieglosen Bundesligisten explizit angesprochen hatte. Aus Sicht der Ostwestfalen ging dieser Plan exakt zehn Minuten auf: Dann landete der Ball bei eben Dilrosun, der Paderborns Verteidigern Knoten in die Beine spielte und nach einem tollen Solo auch noch Jannik Huth im Gäste-Tor überwand.

Allerdings verlieh das Führungstor den Berlinern nicht zwangsläufig Sicherheit. Im Aufbauspiel leisteten sie sich zahlreiche unnötige Fehler, die die Hintermannschaft immer wieder in Bedrängnis brachten. Paderborn blieb das aktivere Team. Wenn man den Spielern von Trainer Steffen Baumgart überhaupt einen Vorwurf machen konnte, war es die Tatsache, dass sie ihre Gelegenheiten nicht in finaler Konsequenz ausspielten.

Das Glück ist zurück

Die Berliner beschränkten ihre Offensiv-Aktivitäten im heimischen Stadion dagegen fast ausschließlich auf Konter. Das fand auch Ausdruck im entsprechenden Zahlenwerk: Zur Pause wies die Statistik ein Torschuss-Verhältnis von 7:1 aus – wohlgemerkt für die Gäste. Das viel zitierte Spielglück, das zuletzt noch gefehlt hatte, war diesmal eindeutig auf der Seite des Teams von Ante Covic, das mit einem schmeichelhaften 1:0 in die Kabine ging.

Nach dem Seitenwechsel war es erneut Dilrosun, von dem die erste gefährliche Situation ausging. Nachdem er von Marko Grujic in Szene gesetzt worden war, behielt der Flügelspieler die Übersicht und fand am langen Pfosten den freistehenden Marius Wolf, der mit einem strammen Schuss auf 2:0 erhöhte. Für den Zugang von Borussia Dortmund war es das erste Tor im Trikot seines neuen Arbeitgebers. Allerdings geriet der Treffer beinahe zu Nebensache, weil parallel ein leicht bekleideter Flitzer die Aufmerksamkeit auf sich zog und in der Kurve noch lauter bejubelt wurde als Wolfs Tor.

Der Torschütze zum 1:0: Javairo Dilrosun (l.).
Der Torschütze zum 1:0: Javairo Dilrosun (l.).Foto: Soeren Stache/dpa

Wenige Augenblicke später herrschte dann Stille im Olympiastadion: Ben Zolinski nutzte ein Schläfchen der Berliner Hintermannschaft und verkürzte auf 1:2. Rune Jarstein im Berliner Tor ruderte wild mit den Armen und schimpfte mit seinen Vorderleuten. Womöglich ahnte der Norweger bereits, dass die Schlussphase für ihn und seine Kollegen zu einem echten Nervenspiel werden würde.

In der Folge vergaben Davie Selke und der eingewechselte Vladimir Darida die Möglichkeit, den alten Abstand wiederherzustellen. Zudem wurde je einem Treffer des Tschechen und des Angreifers korrekterweise die Anerkennung verwehrt: Selke hatte in beiden Szenen knapp im Abseits gestanden, der Videobeweis räumte die letzten Zweifel aus. Doch am Ende durften die Berliner jubeln.

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