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2:3 gegen Borussia Dortmund : Hertha unterliegt in allerletzter Sekunde

Fünf Tore, zwei Rote Karten - Hertha und der BVB liefern ein tolles Fußballspiel. Am Ende gewinnen die Gäste durch einen Treffer kurz vor Schluss mit 3:2.

Erstklassige Haltungsnoten. Hertha und der BVB zeigten ein mitreißendes Fußballspiel - mit dem besseren Ende für die Gäste.
Erstklassige Haltungsnoten. Hertha und der BVB zeigten ein mitreißendes Fußballspiel - mit dem besseren Ende für die Gäste.

Ganz am Ende überschlagen sich die Ereignisse. Aus Sicht des Gastgebers nicht zu seinem Vorteil. 2:2 steht es im Duell zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund im stimmungsvollen und mit 74.667 ausverkauften Olympiastadion. Kurz vor dem Abpfiff muss Herthas junger Verteidiger Jordan Torunarigha wegen der zweiten Verwarnung das Spielfeld verlassen, in der sechsten Minute der Nachspielzeit sieht Herthas eingewechselter Mannschaftskapitän Vedad Ibisevic glatt Rot. Und zu allem Überdruss wird in der Zwischenzeit der Dortmunder Kapitän Marco Reus den 3:2 (1:2)-Siegtreffer für den BVB erzielen.

Bis dahin werden die Berliner zweimal in Führung gehen, und sollen am Ende aber an druckvollen Dortmundern scheitern und ein wenig auch an sich selbst.
Dienstliche Verpflichtungen lassen sich mit persönlichen Ereignissen nicht oft vereinbaren. Im Fall von Pal Dardai ist es so, dass der Trainer von Hertha am Samstag seinen 43. Geburtstag begeht, er aber am frühen Abend im Olympiastadion einen Termin hat. Doch was Dardai zu sehen bekommen soll, wird er so schnell sicher nicht vergessen.

Lange Zeit soll es nach einem 2:2-Unentschieden wie im Hinspiel aussehen. Doch am Ende bringen sich seine Spieler um eine durchaus mögliche Punkteteilung. „Wir haben es gut gemacht, aber zum Schluss hat Dortmund nicht verdient gewonnen“, wird Dardai hinterher sagen. Der BVB übernimmt zumindest vorübergehend die Tabellenführung, der FC Bayern spielt erst am heutigen Sonntag.

Streckenweise gießt es wie aus Eimern. Aber das soll der Spiellaune beider Mannschaften keinen Abbruch tun. Es entwickelt sich von Beginn weg ein rasantes und hochklassiges Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Es sind nicht einmal fünf Minuten gespielt, da geht Hertha schon in Führung. Einen Distanzschuss von Maximilian Mittelstädt kann der Dortmunder Torwart Roman Bürki nicht festhalten, den Abpraller drückt Salomon Kalou über die Torlinie.

Das Spiel hat viel Tempo und schöne Kombinationen

Doch die Führung soll nicht lange halten. Zehn Minuten später unterläuft Valentino Lazaro im Mittelfeld ein Fehlpass, der Dortmunder Thomas Delany nimmt ihn auf. Seinen Schuss wird Herthas Abwehrmann Karim Rekik so unglücklich ablenken, dass Rune Jarstein im Hertha-Tor keine Chance hat.

Das Spiel ist munter, es hat viel Tempo und schöne Kombinationen. Herthas Torwart wird im ersten Abschnitt zweimal gut parieren, einmal gegen Jacob Brunn Larsen und einmal gegen Sancho. Doch die Berliner sind gut und besser im Spiel. Nach gut einer halben Stunde verwandelt Kalou nach einem Handspiel von Julian Weigl im eigenen Strafraum den fälligen Strafstoß zur 2:1-Führung. Für den inzwischen schon 33 Jahre alten ivorischen Stürmer, der vor Spielfreude sprüht an diesem Abend, ist es das fünfte Saisontor.

Auf der Haupttribüne verfolgen Bundestrainer Joachim Löw und seine beiden Vorgänger Jürgen Klinsmann und Berti Vogts das Geschehen. Sie werden ihr Kommen nicht bereuen.

Gleich mit Wiederbeginn sehen sie den Ausgleich. Nach einer Ecke von Jadon Sancho köpft der Dortmunder Abwehrspieler Dan-Axel Zagadou den Ball ins Tor. Es ist die sechste Ecke für den BVB, Hertha hat zu diesem Zeitpunkt noch keine.

Der BVB bestürmt nun das Tor der Berliner, die alle Mühe haben, in dieser Phase des Spiels nicht auch noch in Rückstand zu geraten. Erneut rettet Jarstein erstklassig gegen Bruun Larsen. Fast im Gegenzug soll einer abermaligen Berliner Führung nur der Pfosten im Weg stehen. Nach einem schönen Konter über Kalou trifft Marko Grujic nur das Gehäuse des Dortmunder Tores.

Pech hat Hertha, als Abdou Diallo Berlins ballführenden Spielmacher Ondrej Duda im Strafraum zu Fall bringt und der Elfmeterpfiff durch Schiedsrichter Tobias Welz ausbleibt. „Für mich ein klarer Elfer“, sagt Dardai hinterher.

Zum Ende wird es dann hektisch. Dortmund erspielt sich jetzt Chance um Chance. Noch hält Hertha Stand. Dann kommen Ibisevic und Mathew Leckie für Kalou und Davie Selke. Dann verliert Hertha erst die Ordnung und dann auch noch in Unterzahl das Spiel.

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