6:1-Sieg gegen Ingolstadt : Eisbären Berlin: Tolerant und konstant

Die Eisbären Berlin werben vor ihrem Heimspiel für Vielfalt und siegen in der DEL gegen Ingolstadt einseitig 6:1.

Gut gemacht. Nick Petersen herzt Berlins Torschützen Micki Dupont.
Gut gemacht. Nick Petersen herzt Berlins Torschützen Micki Dupont.Foto: imago/Bernd König

Die Eisbären engagieren sich seit geraumer Zeit für soziale Projekte. Nun haben die Berliner sogar einen Videoclip gedreht, in dem sie für Menschlichkeit werben. Am Freitag fand das Heimspiel gegen den ERC Ingolstadt im Rahmen des „Tages der Toleranz“ statt, Aktionen rund um das Punktspiel gegen die Bayern in der Arena am Ostbahnhof rundeten den Tag im Dienste der guten Dinge ab. Auf dem Eis allerdings ging die Liebe natürlich nicht so weit, dass den Profis der gegnerischen Mannschaft etwas geschenkt worden wäre. Nein, nein. Die Eisbären besiegten die Bayern ungnädig vor 11 017 Zuschauern 6:1 (1:1, 3:0, 2:0).

Somit ist die Mannschaft von Trainer Uwe Krupp also blendend aus der fast zwei Wochen langen Pause in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gekommen. Ihren dritten Rang konnten die Berliner gegen die nur auf Platz zehn und damit weit hinter dem eigenen Anspruch rangierenden Ingolstädter mühelos verteidigen. Da störte auch das bisschen Folklore auf dem Videowürfel im Stadion nicht: Dort wurde in Filmchen den Verdiensten von Laurin Braun und Darin Olver gedacht – den Verdiensten für die Eisbären wohlgemerkt. Nach der vergangenen Saison wurden die beiden Angreifer zwar nach Ingolstadt abgeschoben, aber immerhin hat ihr Ex-Klub sie in guter Erinnerung.

Bei den Eisbären läuft es in dieser Saison konstant rund

Das konnte Braun und Olver, deren Brüder Constantin (seit langem) und Mark (wieder) ja in Berlin unter Vertrag stehen, aber wohl kaum trösten am Freitag. Auch mit ihrem neuen Trainer Larry Mitchell entfernten sich die Bayern weiter von einem Play-off-Platz, was gegen Mitte der Hauptrunde der DEL an sich schon weniger erfolgversprechend ist. Aber die Eisbären spielten auch sehr ansprechend, hatten das frühe Gegentor durch Patrick McNeal schnell weggesteckt und überrannten die Bayern dann. Wobei erst auch mit Glück, weil ein Treffer nach Abseitsstellung dabei war – das 1:1 durch Sean Backman.

Wie das dann oft so ist im Eishockey, brach der wackere Außenseiter nach dem ersten bitteren Negativerlebnis ganz schnell ein. Micki Dupont, Jamie MacQueen trafen im zweiten Drittel binnen zwei Minuten und Nick Petersen legte wenig später auch schon zum 4:1 nach.

Bei den Eisbären läuft es in dieser Saison bislang eben konstant rund, auch wenn wie gegen Ingolstadt wieder mal einige erfahrene Kräfte fehlten. Neben Constantin Braun, der sich wegen seiner Depression langsam wieder im Training herantastet, waren André Rankel, Frank Hördler, Louis-Mar Aubry und Thomas Oppenheimer in Krupps Team nicht dabei. Kein Wunder also, dass gegen die Bayern fast nur Nordamerikaner trafen – es fehlen eben einige der besten deutschen Spieler. Ein Marcel Noebels (drei Saisontreffer) spielt zur Zeit eher mannschaftsdienlich und ein Florian Busch hat in dieser Saison noch nicht einen Treffer erzielt. Aber diese Beispiele zeigen: Die Berliner haben sogar noch Luft nach oben.

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Und während am Freitag manches Ergebnis in anderen Stadien der Liga abenteuerlich wirkte, spulten die Eisbären ihr Programm gegen Ingolstadt im letzten Drittel gekonnt herunter. MacQueen erzielte das 5:1, Daniel Fischbuch das 6:1. Im Schongang – Sonntag geht es ja schon weiter für die Eisbären, mit dem Heimspiel gegen Krefeld.

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