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8. Bundesliga-Spieltag : Hertha BSC unterliegt Schalke 0:2

Berlins Bundesligist spielt lange zu zehnt und kassiert dann auch noch einen Elfmeter gegen sich. Am Ende verliert Hertha gegen Schalke 0:2.

Schalkes Leon Goretzka verwandelte einen Elfmeter.
Schalkes Leon Goretzka verwandelte einen Elfmeter.Foto: dpa

Kurz vor dem Halbzeitpfiff kam ungewollt Schwung in das Spiel, doch leider eben anders, als der Hertha BSC zugeneigte Fußballfan es sich wünscht. In bester Kung-Fu-Haltung flog Herthas Japaner Genki Haraguchi dem Schalker Spieler Guido Burgstaller in die Knöchel – Schiedsrichter Benjamin Brand konnte gar nicht anders, als dem Übeltäter die Rote Karte zu zeigen. Kurz nach der Halbzeit bekamen die Berliner einen Elfmeter gegen sich gepfiffen – diese Vorlagen ließen sich die Gäste aus dem Westen nicht mehr nehmen. Am Ende siegte der FC Schalke 04 am Samstag vor 50 590 Zuschauern im Olympiastadion verdient mit 2:0 (0:0).

Die Berliner starten also mit ihrer ersten Saison-Heimniederlage in eine Phase von drei englischen Wochen am Stück und verlieren vorerst Anschluss zur besseren Hälfte der Tabelle. Schalke hingegen rückt vor auf Platz fünf. „Der Wille war da, die Qualität nicht“, sagte hinterher ein enttäuschter Herthas Trainer Pal Dardai.

Irgendwie lief das Spiel von Anfang an nicht wie gewünscht für die Berliner. Genau genommen sollte Hertha an diesem Nachmittag zu keinem Zeitpunkt ins Spiel kommen. Aber auch die Schalker hatten über weite Strecken des Duells größte Mühe, Torchance zu kreieren. In der ersten Halbzeit mussten beide Torhüter nicht einmal ernsthaft eingreifen.

Es war eine intensive, hektische und bisweilen sehr körperbetonte Begegnung. Schalke hatte etwas mehr Spielkontrolle, aber diese in Zonen, in denen sie den Berlinern kaum gefährlich werden konnten. Bei Hertha blieb nach vorn hin vieles Stückwerk, zu oft blieben Mitchell Weiser, Haraguchi und Ondrej Duda in Einzelaktionen hängen.

Da aber auch den Schalkern ungewöhnlich viele Fehlpässe unterliefen, entwickelte sich auf dem Rasen ein heiliges Gewürge. Und wenn der Ball mal über drei Stationen hinauszukommen drohte, wurde das Spiel durch ein Foul unterbrochen. Eins der ganz üblen Sorte setzte dann den Schlusspunkt unter eine spielerisch arme erste Halbzeit.

"Mischung aus Übermut und Sauerstoffmangel"

Für Herthas Manager war das der Knackpunkt des Spiels. Eigentlich sei Haraguchi ja nicht für rüdes Foulspiel bekannt, erzählte Michael Preetz hinterher, „hier war es wohl eine Mischung aus Übermut und Sauerstoffmangel“.

Eigentlich wollte Pal Dardai den Frische-Faktor auf seine Seite ziehen. Auch deshalb war Herthas bis hierhin bester Torschütze, Mathew Leckie, zunächst auf der Reservebank geblieben. Hinter dem Australier liegen zwei WM-Qualifikationsspiele und 50 Flugstunden. Doch Dardai musste rasch feststellen, dass die Schalker frischer und dynamischer wirkten. Zudem zwang der frühe Platzverweis zum Umbau. Leckie kam zu Beginn der zweiten Hälfte für Duda. Und für Salomon Kalou, der den gesperrten Vedad Ibisevic im Sturmzentrum ersetzte, kam Davie Selke.

Für den 8,5 Millionen teuren Einkauf von RB Leipzig war es der erste Bundesligaeinsatz für die Berliner. Doch noch ehe er zeigen konnte, was in ihm steckt, geriet Hertha in Rückstand. Vladimir Darida stieg im eigenen Strafraum dem Schalker Amine Harit auf die Füße – den fälligen Elfmeter verwandelte Nationalspieler Leon Goretzka. „Das kann man besser verteidigen“, sagte Dardai nur.

Fünf Minuten später jedenfalls forderten die Hertha-Fans ihrerseits einen Elfmeterpfiff. Selke war nach einem Steilpass in den Schalker Strafraum eingedrungen und kam im Zweikampf zusammen mit Torwart Ralf Fährmann zu Fall. Der Pfiff blieb aus. Die Berliner mühten sich, doch an diesem Tag wollte ihnen spielerisch einfach nichts gelingen. Die Gäste dagegen waren zwar nicht wirklich besser, aber im Abschluss letztlich konsequenter.

Nach einem schweren Patzer von Karim Rekik, der zentral vor dem eigenen Strafraum den Ball vertändelte, fiel die Entscheidung. Burgstaller klaute dem in diesem Moment schläfrigen Holländer den Ball, umkurvte anschließend noch Torwart Rune Jarstein und schob den Ball zum 2:0 für die Gäste ein.

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