Sport : AC Mailand – Celtic Glasgow

Guiseppe Meazza Stadion, 7. März 2007, 52.914 Zuschauer; Endergebnis: 1:0 n. V.

Thorsten Molter

Anhänger des schottischen Traditionsklubs Celtic Glasgow gelten als besonders reiselustig und begeisterungsfähig. Spielt die Mannschaft im Europapokal auf dem Kontinent, fahren die grün-weißen Celts zu Tausenden hinterher, besetzen am Mittag vor dem Spiel den örtlichen Marktplatz und kaufen die umliegenden Getränkemärkte leer. Selten jedoch zögerten die schottischen Anhänger derart lange mit dem Gang ins Reisebüro wie vor dem Kick in der Champions League beim AC Milan. Ob im Guiseppe-Meazza-Stadion gespielt werden würde, stand nach den Ausschreitungen in Catania und den anschließend verschärften Sicherheitsauflagen lange nicht fest. Am Ende siegte jedoch italienisches Improvisationstalent, in Rekordzeit wurden neue Drehkreuze eingebaut, Celtic konnte kommen.

Schon am Vortag des Spiels befand sich der Domplatz von Mailand fest in schottischer Hand. „Hail, Hail, the Celts are here.“ Viele Schotten hatten die Warnung ignoriert, ohne Ticket nicht nach Italien zu reisen und feierten nun genauso fröhlich wie einen Tag später im Stadion. Dort wartete eine weitere Lektion italienischen Improvisationstalents. In der Celtic-Kurve wurde durch die wenigen Mailänder Ordner die freie Platzwahl verkündet, Sitzplätze wurden zu Stehplätzen. Die Kurve war fast vollständig in schottischer Hand, und der Support der Celtic-Fans war dermaßen laut und beeindruckend, dass die Gesänge der Milanisti nur selten durchdrangen. Dass Kaká in der Verlängerung das 1:0 für Milan erzielte, tat der großartigen Stimmung keinen Abbruch. „Hail, Hail, the Celts are here!“

Nach Abpfiff wurden die Anhänger aus Glasgow bis nach Mitternacht im Block festgehalten. Es sei aus Sicherheitsgründen nicht anders machbar, hieß es. Die Italiener hätten ruhig abermals improvisieren dürfen.

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