Achtelfinale im DFB-Pokal : Tedesco braucht endlich Glück gegen die Fortuna

Schalke 04 spielt eine schwache Saison. Vor dem Spiel gegen Düsseldorf steht Trainer Tedesco in der Kritik. Dabei hat der vor allem Pech. Ein Kommentar.

Tedesco fasst sich an die eigene Nase: Dabei ist es vor allem Pech, dass er keinen Erfolg hat.
Tedesco fasst sich an die eigene Nase: Dabei ist es vor allem Pech, dass er keinen Erfolg hat.Foto: Ina Fassbender/AFP

Domenico Tedesco kann einem leidtun. Der erst 33-jährige Trainer von Schalke 04 verändert seine Mannschaft radikal und nimmt dabei keine Rücksicht auf große Namen. Doch seine Ideen gehen überhaupt nicht auf.

Schalke steht in der Bundesliga auf einem enttäuschenden zwölften Platz. Damit der Klub nächste Saison international spielt, ist der Gewinn des DFB-Pokals wohl die einzige Hoffnung. Dann würde der Verein in der Europa League starten dürfen. Über einen Gewinn der Champions League wird es wohl nichts mit dem internationalen Geschäft. Im Achtelfinale wartet Manchester City. An ein Weiterkommen gegen das Team mit dem ehemaligen Schalker Leroy Sané glauben wohl nicht einmal die Schalker selbst.

Naldo-Vertreter Stambouli verletzte sich direkt

Es wäre leicht, den aktuellen Zustand des Schalker Teams Tedescos Entscheidungen zuzuschreiben. Aber der Trainer hat einfach Pech. Da wäre zum Beispiel der Abgang von Naldo. Der gefeierte Abwehrchef der vergangenen Saison verließ den Klub in der Winterpause, ging zum AS Monaco. Viele Fans warfen Tedesco vor, den Leistungsträger weggejagt zu haben. Das stimmt jedoch nicht. „Es war definitiv nicht unser Wunsch, dass Naldo uns verlässt. Er hat uns darum gebeten, nach Monaco wechseln zu können“, stellte Tedesco klar. 

Rot für Rot-Weiß: Schiedsrichter François Letexier verweist Naldo (verdeckt) im Spiel gegen Straßburg des Feldes.
Rot für Rot-Weiß: Schiedsrichter François Letexier verweist Naldo (verdeckt) im Spiel gegen Straßburg des Feldes.Foto: Yann Coatsaliou/AFP

In Monaco ist Naldo übrigens innerhalb von einer Woche zwei Mal des Feldes verwiesen worden. Tedesco ernannte Benjamin Stambouli zum Nachfolger als Vize-Kapitän, der Franzose sollte den Brasilianer ersetzen. Das wurde nichts, Stambouli verletzte sich im ersten Rückrundenspiel gegen Hertha BSC und fällt einen Monat aus.

Fährmann kehrt ins Tor zurück

Außerdem wechselte Tedesco in der Winterpause den Torwart, der junge Alexander Nübel ersetzte Ralf Fährmann. Nach Fährmanns Leistungen zum Ende der Rückrunde war das zumindest eine nachvollziehbare Entscheidung, auch wenn Fährmann Kapitän und wie Naldo einer der Lieblinge der Fans ist. Am vergangenen Spieltag sah Nübel wegen einer Notbremse Rot – und Tedesco muss nun den ausgemusterten Fährmann wieder ins Tor holen. Bei Tedescos Glück ist davon auszugehen, dass der in den nächsten Bundesligaspielen gegen Bayern und Freiburg glänzen wird.

Der Sportjournalist Martin Schneider twitterte nach dem Gladbach-Spiel passend: „Es läuft echt alles für Tedesco. Morgen zieht Benedikt Höwedes neben ihm ein und mäht um sechs Uhr den Rasen.“  Den ehemaligen Kapitän der Schalker hat Tedesco zum Amtsantritt 2016 ausgemustert.

Tedesco fehlen die Stürmer

Dazu kommt noch Schalkes Verletzungspech im Angriff. Nach Steven Skrzybski, Guido Burgstaller und Breel Embolo fällt Alessandro Schöpf mindestens zwei Monate aus, Mark Uth hat seit seinem Wechsel von Hoffenheim vor dieser Saison bislang zwei Mal getroffen.

Tedesco, der nach außen meist stoisch wie ein Roboter wirkt, hat vergangene Saison mit der Vizemeisterschaft gezeigt, was er leisten kann. Ihm ist zu wünschen, dass er diese Saison irgendwann Glück hat. Vielleicht ja schon am Mittwochabend im Pokal gegen Fortuna Düsseldorf (20.45 Uhr/live auf Sky). Fortuna ist übrigens die römische Göttin des Glücks.

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