Sport : Ärger über Silber, Jubel über Bronze

Schwimm-WM: Lurz und Steuer holen Medaillen

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Melbourne - Langstreckenschwimmer Thomas Lurz musste Silber statt Gold akzeptieren, Christin Steuer freute sich riesig über Bronze im Turmspringen: Ganz unterschiedlich reagierten die Deutschen bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Melbourne auf ihre Medaillengewinne. Der Würzburger Lurz schlug über zehn Kilometer zeitgleich mit dem Russen Wladimir Djatschin an, wurde aber nach verwirrenden Diskussionen um das Regelwerk um sechs Hundertstelsekunden geschlagen auf Rang zwei gesetzt. Christin Steuer aus Riesa hatte sich mit Bronze selbst überrascht: „Damit habe ich definitiv nicht gerechnet.“

Lurz durfte drei Tage nach seinem Triumph über fünf Kilometer eine halbe Stunde vom zweiten Gold träumen, nachdem er laut Anzeigetafel nach 1:55:32,5 Stunden zeitgleich mit Djatschin war. Doch der Russe wurde später zum alleinigen Weltmeister erklärt. Zum ersten Mal wurden bei einer WM Hundertstel herangezogen. „Das ist ein Witz“, entfuhr es Lurz, als er die handschriftlich korrigierte Siegerliste sah. „Das hat das Niveau einer Amateurveranstaltung.“

Christin Steuer eroberte für die Springer bereits die dritte Medaille. Es war die erste deutsche WM-Medaille in dieser Disziplin seit 1982. Die 24 Jahre alte EM-Dritte wurde nur von den 14-jährigen Chinesinnen Xin Wang (432,85) und Ruolin Chen (410,30) bezwungen. Die Dresdnerin Annett Gamm musste sich nach Bronze im Synchron-Wettbewerb an der Seite von Nora Subschinski mit Platz neun begnügen. Vom Einmeterbrett scheiterten die Berliner Patrick Hausding und Tobias Schellenberg (beide Berlin) im Halbfinale. dpa

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