Alba Berlin : Ohne Schnurrbärte, aber mit Peyton Siva

Peyton Siva kehrt am Freitag ins Alba-Team zurück und freut sich doppelt auf das Spiel gegen Frankfurt. Das hat auch äußerliche Gründe.

Bärtig. Peyton Siva mag den Haarwuchs im Gesicht nicht so sehr – aber Albas Spieler machen das eben so im Dezember. Foto: C. Soeder/dpa
Bärtig. Peyton Siva mag den Haarwuchs im Gesicht nicht so sehr – aber Albas Spieler machen das eben so im Dezember. Foto: C....Foto: dpa

Peyton Siva kann den Freitagabend gar nicht erwarten. Das liegt allerdings weniger daran, dass er nach längerer Verletzungspause im Heimspiel gegen Frankfurt in der Arena am Ostbahnhof (20.30 Uhr, live bei Telekomsport) endlich wieder auf das Parkett zurückkehrt, als an dem Ende einer fast noch schwierigeren Leidenszeit. Denn seit Tagen wächst über seiner Oberlippe ein markanter Schnurrbart, an den sich der 28 Jahre alte US-Amerikaner einfach nicht gewöhnen kann. „Es ist schon sehr seltsam, wenn ich in den Spiegel gucke“, sagt Siva. „Meine Kinder erkennen mich nicht mehr und meine Frau hasst den Bart.“

Manchmal muss ein Mannschaftssportler aber tun, was ein Mannschaftssportler tun muss. Die Basketballer von Alba haben als eine Art des Teambuildings abgemacht, sich bis zum ersten Spiel im Dezember einen Schnurrbart wachsen zu lassen. „Ein paar Jungs wie Johannes Thiemann und Joshiko Saibou sind keine Teamplayer und kümmern sich mehr um ihr Aussehen“, scherzt Siva. Am Freitag ist dann allerdings auch bei ihm Schluss mit Schnurrbart.

Erst einmal geht es aber um das Duell mit den Frankfurt Skyliners, das natürlich auch für den ehrgeizigen Siva Priorität hat. Seit einem Zusammenprall mit einem Ludwigsburger Gegenspieler Ende Oktober kam der Point Guard nicht mehr zum Einsatz. Ein Rippenbruch und eine leichte Lungenverletzung hielten Siva lange vom Mannschaftstraining ab. Nun darf er seit gut zehn Tagen wieder Vollgas geben.

Die mehr als fünfwöchige Zwangspause hat Siva mittlerweile verarbeitet. "Das war sehr hart für mich, immer nur zugucken zu müssen und dem Team nicht helfen zu können", so der hochmotivierte Sportler. Da mit dem inzwischen ebenfalls wieder fitten Saibou und Martin Hermannsson weitere Spieler auf den Guard-Positionen länger ausfielen, mussten bei Alba die jungen Spieler viel Verantwortung übernehmen. „Sie haben das sehr gut gemacht“, sagt Siva. „Stefan Peno hat toll gespielt, Jonas Mattisseck, Franz Wagner – die Jungs sind alle gut eingesprungen.“

Wartezeit ging an die Nerven

Die Wartezeit hat bei Siva dennoch an den Nerven gezehrt. Krafttraining, Physiotherapie, Laufen – und das alles, während die Kollegen nebenan Basketball spielen. Die Reha nach einer Verletzung absolviert kein Sportler gerne. „Der mentale Aspekt im Sport ist sehr wichtig, das habe ich erst vor einigen Jahren realisiert“, sagt Siva, der in der Saison 2013/14 einige Spiele für die Detroit Pistons in der NBA absolviert hat. Er habe ein paar Bücher gelesen, die ihm sehr geholfen hätten. Das gilt auch für den Umgang mit Pausen. „Wenn man so lange draußen war, muss man nicht nur physisch, sondern auch mental wieder in den Rhythmus kommen.“

Dass Siva die Spielpraxis fehlt und er etwas Zeit braucht, um wieder ganz der Alte zu sein, ist bei Alba allen klar. Sein Trainer ist aber zuversichtlich, dass es nicht allzu lange dauert. „Wenn es so weitergeht wie im Training, wird Peyton schnell wieder nah an seiner Topform dran sein“, sagt Aito Garcia Reneses. Auch wenn seine Vertreter ihre Sache gut gemacht haben und Alba nur zwei von acht Spielen ohne Siva verloren hat, ist dieser nicht gleichwertig zu ersetzen. Als Point Guard ist er Taktgeber und das Gehirn der Mannschaft. Zudem ist Siva durch seine Explosivität und den guten Distanzwurf immer für zehn Punkte oder mehr gut.

Ob er am Freitag sofort in die Starting Five zurückkehren und wie viele Minuten er auf dem Parkett stehen wird, weiß Siva noch nicht. „Ich habe von medizinischer Seite keine Einschränkungen mehr und fühle mich gut“, sagt er aber. Ab Freitagabend dürfte sich das Wohlbefinden mit dem Abschied vom ungewohnten Schnurrbart dann weiter steigern. „Mich zu rasieren wird definitiv das erste sein, was ich nach dem Spiel mache.“

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