Algarve-Cup : DFB-Frauen besiegen Dänemark

Im letzten Gruppenspiel des Algarve-Cups haben die deutschen Fußball-Frauen einen befreienden Sieg über Dänemark eingefahren.

Vila Real de San Antonio/Portugal - Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft kann doch noch gewinnen. Mit einem verdienten 3:0 (2:0)-Erfolg gegen Dänemark im abschließenden Gruppenspiel beim Algarve-Cup beendete der Welt- und Europameister eine Serie von fünf Spielen ohne Sieg im WM-Jahr. Vor rund 300 Zuschauern in Vila Real de San Antonio wirkten das Führungstor von Anja Mittag (16.) und das Eigentor der dänischen Torfrau Tine Cederkvist (44.) nach einem Lattenkopfball Mittags wie eine Befreiung. Die Freiburgerin Melanie Behringer (48.) steuerte mit ihrem dritten Länderspieltor das 3:0 bei.

Sechs Monate vor der Weltmeisterschaft in China im September dürfte der erste Erfolg im WM-Jahr der Auswahl von Trainerin Silvia Neid neues Selbstvertrauen geben. Allerdings bleibt der DFB-Auswahl nach den beiden Auftakt-Pleiten gegen Norwegen und Frankreich beim Turnier in Portugal als Gruppen-Letzter dennoch nur das Spiel um Platz sieben. Gegner am Mittwoch (11:30 Uhr) in Olhao ist Italien.

"Wir hatten ein leichtes Tief"

"Ich bin sicher, dass wir dieses Spiel auch gewinnen werden", sagte Neid. "Wir hatten ein leichtes Tief und haben uns das Selbstvertrauen wieder hart erarbeitet. Natürlich sind wir alle froh, dass wir gegen Dänemark gewonnen haben." Auch Anja Mittag war erleichtert: "Wir wollten auf keinen Fall zum dritten Mal verlieren. Nicht auszudenken, was dann los gewesen wäre."

Das 2007 bis dato noch erfolglose DFB-Team musste gegen die bereits als Finalist feststehenden Däninnen ohne Bianca Rech und Navina Omilade auskommen, die sich beide im Training eine Oberschenkelzerrung zugezogen hatten. Im Angriff wurde Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz in ihrem 158. Länderspiel unterstützt von der Potsdamerin Mittag. Die Turbine-Stürmerin hatte bei ihrem Führungstreffer, dem ersten Treffer der DFB-Elf in diesem Jahr aus dem Spiel heraus, allerdings viel Glück.

Von der Hacke ins eigene Tor gekullert

Aus spitzem Winkel und mit dem Rücken zum Tor stehend verlängerte Mittag eine Flanke von Kerstin Stegemann in den Strafraum, und der Ball senkte sich über die verdutzte Torfrau Cederkvist hinweg ins Netz. Auch am 2:0 war Mittag maßgeblich beteiligt. Nach erneuter Hereingabe von Stegemann prallte Mittags Kopfball von der Lattenunterkante an die Hacke von Cederkvist und kullerte von dort über die Linie. Die deutsche Torfrau Ursula Holl stand auf der Gegenseite wenig im Blickpunkt, verhinderte gegen Anne Dot Eggers Nielsen (17.) jedoch im Herauslaufen Schlimmeres. Wenig später scheiterte Kerstin Garefrekes aus kurzer Distanz an Cederkvist.

Die DFB-Elf zeigte nach den beiden schwachen Auftaktspielen mehr Biss und Spielfreude. Ein Aktivposten war Prinz, die mit ihrem schnellen Antritt immer wieder für Gefahr sorgte und Pech hatte, als sie nur die Latte (59.) traf. Die Freiburgerin Melanie Behringer wurde auf der linken Seite getestet, ging weite Wege und erarbeitete sich gute Chancen (19./38.). Mit ihrem platzierten 20-Meter-Schuss zum 3:0 krönte sie ihre gute Leistung. Auch die Abwehr um Steffi Jones und Ariane Hingst stand sicherer als zuletzt und ließ kaum große Möglichkeiten der Skandinavierinnen zu, die ihre beiden Partien gegen Frankreich (4:0) und Norwegen (1:0) gewonnen hatten. (tso/dpa)

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