All-Star-Spiel in der NBA : Aufhören ist nichts Schlimmes, Dirk!

Dirk Nowitzki ist eine lebende Legende in der NBA. Allerdings sollte er es mit der Karriere auch nicht übertreiben, findet unser Autor. Ein Kommentar.

Letzter Besuch beim All-Star-Spiel? Dirk Nowitzki muss in diesen Tagen regelmäßig Fragen zu seinem möglichen Karriereende beantworten.
Letzter Besuch beim All-Star-Spiel? Dirk Nowitzki muss in diesen Tagen regelmäßig Fragen zu seinem möglichen Karriereende...Foto: dpa

Der Urlaub mit der Familie war längst gebucht, eine Woche Karibik sollte es werden. Dann hat sich Dirk Nowitzki allerdings doch anders entschieden, aus gegebenem Anlass: die Fans der US-amerikanischen National Basketball Association (NBA) haben den mittlerweile 40 Jahre alten Profi der Dallas Mavericks in diesem Jahr zwar nicht ins All-Star-Team gewählt, ebensowenig die Trainer. Dafür sprach Liga-Chef Adam Silver ein Machtwort und lud Nowitzki als „honorary All-Star“ zum Spaß-Wochenende nach Charlotte ein. Als Ehrenspielführer sozusagen.

Keiner hat länger für sein Team gespielt als Nowitzki

Im Grunde sagt das alles über Nowitzkis Status. Der Würzburger ist nach 21 Jahren in der weltbesten Basketball-Liga eine lebende Legende, vor der sich die Fans ehrfürchtig verneigen. Keiner hat seinem Verein so lange die Treue gehalten wie Nowitzki seinen Dallas Mavericks. Seit der Gründung der Liga im Jahr 1946 haben sechs Spieler mehr Punkte erzielt als der deutsche Superstar. Zu Wilt Chamberlain auf Rang sechs fehlen Nowitzki lächerliche 119 Punkte – reine Formsache. Zumal Nowitzki erst kürzlich betont hat, dass sein für das Frühjahr 2019 kolportierter Rücktritt noch längst keine beschlossene Sache ist. Das letzte Wort, so hat es Mavericks-Besitzer Mark Cuban mehrfach gesagt, liegt einzig und allein: bei Nowitzki selbst. Er kann sich nur selbst entlassen.

Den Absprung zu schaffen, ist eine Herausforderung

Genau darin besteht allerdings auch eine Gefahr: Großen Sportlern fällt es auf der Zielgeraden ihrer Laufbahn oft schwer, den richtigen Zeitpunkt für den Absprung zu schaffen. Sie wollen einerseits in Würde altern, ohne als sportliche Lachnummer zu verenden. Obwohl Nowitzki mittlerweile fast ausschließlich von der Bank ins Spiel kommt, können die jungen Teamkollegen gewiss viel von dem Veteranen an ihrer Seite lernen. Übertreiben sollte es Nowitzki aus eigenem Interesse aber auch nicht. Zahlen lügen bekanntlich nicht, besonders im Sport: In dieser Saison macht Nowitzki im Schnitt nicht mal mehr fünf Punkte pro Spiel. Sein Karriereschnitt liegt bei: 20,9 Punkten. Vielleicht ist es für ihn wirklich langsam an der Zeit, häufiger in den Urlaub zu fliegen.

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