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Als Experte im Fernsehen : Ex-Fußballer Marco van Basten sorgt mit „Sieg Heil“ für Eklat

Ein „Scherz“ von Marco van Basten geht nach hinten los. Ausgerechnet an einem Wochenende gegen Rassismus im niederländischen Profifußball.

Ging nach hinten los. Marco van Basten sorgt mit einem „Witz“ für Aufsehen.
Ging nach hinten los. Marco van Basten sorgt mit einem „Witz“ für Aufsehen.Foto: Andrey Pronin/dpa

Der ehemalige niederländische Fußball-Nationalspieler Marco van Basten hat mit der Aussage „Sieg Heil“ im holländischen Fernsehen für einen Eklat gesorgt und sich später dafür entschuldigt. Vor dem Erstliga-Spiel Ajax Amsterdam gegen Heracles Almelo am Samstag wurde Almelos deutscher Trainer Frank Wormuth interviewt. Kurz nach dem Ende des Gesprächs, von dem unter anderem das „Algemeen Dagblad“ ein entsprechendes Video veröffentlichte, hört man den TV-Experten van Basten im Studio die Worte „nicht so gut, Sieg Heil, Pfannkuchen“ zu Moderator Hans Kraay gesagt.

Offenbar wollte sich van Basten über Kraays Sprachkenntnisse lustig machen. Wenig später entschuldigten sich der Sender Fox Sports und der frühere Weltklasse-Stürmer für das Nazi-Vokabular. „Es war nicht meine Absicht, die Menschen zu schockieren“, sagte van Basten. Er habe sich über das Deutsch des Reporters lustig machen wollen. Der „Scherz“ sei „deplatziert gewesen“.

„Wir haben diese Art von Äußerungen bei jungen Menschen schon seit einiger Zeit gesehen“, sagte die Leiterin des Zentrums für Information und Dokumentation Israel, Hanna Luden, dem niederländischen Sender NOS, „aber wenn Erwachsene, Vorbilder, es tun, verliert das Thema den Respekt, den es braucht“. Auch der Sender Fox Sports reagierte auf die Aussage: „Marcos Bemerkung war unangemessen - nicht nur heute, sondern an jedem Tag.“ Ob der Vorfall Folgen für van Basten haben wird, war zunächst noch unklar.

An diesem Wochenende wurde in den beiden höchsten Fußballligen in den Niederlanden eine Schweigeminute gegen Rassismus abgehalten. Die erste Minute nach Anpfiff sollten die Spieler nicht spielen, während auf den Anzeigetafeln eingeblendet wurde: „Rassismus? Dann spielen wir nicht!“

Zum ersten Mal im niederländischen Profifußball hatte am vergangenen Sonntag ein Schiedsrichter ein Spiel wegen Rassismus unterbrochen. Zehn Minuten vor der Pause pfiff der Schiedsrichter die Partie zwischen dem FC Den Bosch und Excelsior Rotterdam vorläufig ab, nachdem Excelsior-Spieler Ahmad Mendes Moreira bei jeder Ballberührung von den Tribünen aus mit Affengeräuschen und Liedern über den Zwarte Piet, eine umstrittene niederländische Weihnachtsfigur mit schwarzem Gesicht, verunglimpft wurde.

Seitdem wird in den Niederlanden verstärkt über das Thema diskutiert. Premierminister Mark Rutte nannte das Verhalten der Zuschauer „ekelhaft, wirklich fürchterlich“. (dpa/AFP)

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