Sport : Auf Kontinuität gebaut

Köln empfängt Alba zum Basketball-Spitzenspiel

Martin Fünkele

Köln - Die Meisterschaft ist in Köln momentan nicht wichtig. Die Euroleague, in der der amtierende Champion in der Düsseldorfer Philipshalle lediglich ein Spiel gewann, war es eine Zeitlang – aber auch nur um Erfahrung zu sammeln. In der sechsten Bundesliga-Saison von RheinEnergie Köln, geht es vorrangig um Kontinuität. Das ist, sagt Stephan Baeck „ein schönes Wort für uns“. Baeck ist Sportdirektor und Identifikationsfigur eines Klubs, der es fertig gebracht hat, seit 1999 viermal den Namen zu ändern.

Dass die Kölner vor dem heutigen Spitzenspiel gegen Alba Berlin (17 Uhr, live auf Premiere) nicht auf den schnellen Erfolg schielen, hat mehrere Gründe. Zum einen sind es die Erkenntnisse aus der Gründerzeit, als man vorlaut ankündigte, bald die 18 500 Zuschauer fassende Kölnarena zu füllen, was selten gelang und in dieser Saison erst gar nicht mehr versucht wird. Zum anderen ist es ein Kader, der neben den Veteranen Aleksandar Nadjfeji, Immanuel McElroy und Demond Mallet vornehmlich aus jungen, unerfahrenen Kräften besteht.

Dass Köln trotz gravierender Verletzungssorgen (Burrell und Sljivancanin fehlen seit sechs Wochen) auf Rang drei der Tabelle steht, hat viel mit der akribischen Arbeit von Sasa Obradovic zu tun. Der Serbe steht zwar erst im zweiten Jahr als Trainer an der Seitenlinie, ist aber so etwas wie der Ursprung der Kölner Kontinuität. Auch deshalb gilt es als abgemacht, dass er in den nächsten Tagen eine Vertragsverlängerung über mehrere Jahre unterzeichnet. Als Voraussetzung dafür hat sich Obradovic das Bekenntnis der Klubführung zu seinen Ambitionen und vor allem eine neue Spielstätte ausgebeten.

Seit Montag dieser Woche laufen die Bauarbeiten tatsächlich. Was seit der Meisterfeier im Juni vergangenen Jahres bekannt war, nimmt nun konkrete Formen an. Unmittelbar an der Stadtgrenze zu Köln soll in Hürth bis April 2008 eine Halle für 7000 Zuschauer entstehen. Innerhalb Kölns hatte sich kein geeignetes Areal finden lassen. Das von Privatinvestoren getragene 27-Millionen- Euro-Projekt sei aber nicht der Grund, warum Obradovic seinen Kader vor Ablauf der Wechselfrist nicht mehr verstärken durfte. „Das sind zwei voneinander getrennte Etats“, sagt Geschäftsführer Walter Pütz.

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