Augsburg gleicht in der Nachspielzeit aus : Der FC Bayern verschenkt den Sieg

Die Bayern verpassen den Sprung an die Tabellenspitze. Auch Leipzig spielt nur unentschieden. Düsseldorf gewinnt in Überzahl.

Nicht zu fassen: Javi Martinez (Nummer 8) und Co. nach dem Abpfiff in Augsburg.
Nicht zu fassen: Javi Martinez (Nummer 8) und Co. nach dem Abpfiff in Augsburg.Foto: dpa

Der FC Bayern München steckt zwei frühe Nackenschläge weg, verschenkt aber ganz kurz vor dem Ende noch den Sieg. RB Leipzig bringt eine Führung nicht über die Zeit und spielt gegen den VfL Wolfsburg unentschieden. Fortuna Düsseldorf spielt gegen den FSV Mainz 05 lange in Überzahl und nutzt das spät aus.

FC Augsburg – FC Bayern 2:2
Spielt Thomas Müller von Beginn an oder nicht – das war die große Frage vor dem Spiel. Die Antwort, er spielte wieder nicht, rückte nach dem Anpfiff schnell in den Hintergrund. Denn Augsburg ging nach nicht einmal 30 Sekunden durch ein Volley-Tor von Marco Richter in Führung. Ebenfalls früh musste Münchens Niklas Süle mit einer Knieverletzung runter.

Danach gab es die erste positive Nachricht des Spiels für die Bayern: Stürmer Robert Lewandowski machte mit seinem zwölften Saisontor den Ausgleich.
Augsburg hielt das Ergebnis bis zur Halbzeit, danach aber nicht mehr lange. Serge Gnabry zirkelte den Ball aus 15 Metern ins Netz. Die Bayern waren klar spielbestimmend, beschäftigten Tomas Koubek reichlich. Der Torwart zeigte einige Unsicherheiten, aber auch mehrere gute Paraden.

Der FCA fiel offensiv kaum noch auf, einmal kam Ruben Vargas bei einem Konter bis in den gegnerischen Strafraum, bekam jedoch keinen richtigen Abschluss mehr hin.
Dann, schon in der Nachspielzeit, verdaddelten die Bayern vorne mal wieder eine Großchance. Im Gegenzug marschierte Augsburgs Sergio Cordova durch, spielte den Ball nach innen und fand den Isländer Alfred Finnbogason, der aus kurzer Distanz tatsächlich noch das 2:2 machte.

RB Leipzig – VfL Wolfsburg 1:1
Wolfsburgs Maximilian Arnold trennten weniger als elf Meter vom gegnerischen Tor – und der Ball lag ruhig da. Doch das Problem war, dass sich in dieser Szene Mitte der ersten Hälfte alle gegnerischen Spieler auf oder direkt neben der Torlinie versammelt hatten. Letztlich wehrte derjenige den Schuss ab, der dies beruflich tut: Peter Gulacsi.

Der Torwart hatte den indirekten Freistoß auch verursacht, weil er bei einem verunglückten Rückpass von Dayot Upamecano mit der Hand eingreifen musste. Auch sonst hatten die Wolfsburger zunächst die besseren Gelegenheiten.
Das Tor erzielte aber nach Wiederanpfiff Leipzig – durch Timo Werner, der in der Bundesliga seit Ende August nicht mehr getroffen hatte.

Keine gute Figur machte dabei Kevin Mbabu. Wolfsburgs Abwehrspieler verschätzte sich im Zweikampf und konnte Werner dann nicht mehr stoppen.
Die Führung nutzte RB, um die Defensive zu stärken und den Gegner kommen zu lassen. Das tat Wolfsburg gern. Der bis dahin unauffällig agierende Wout Weghorst war es schließlich, der zum verdienten Ausgleich traf. Damit bleibt der VfL auch nach acht Spielen ungeschlagen, als einzige Mannschaft in der Fußball-Bundesliga.

Fortuna Düsseldorf – 1. FSV Mainz 05 1:0
Schiedsrichter Felix Zwayer erklärte die erste Halbzeit mit einem Pfiff für beendet, die Spieler machten sich auf den Weg in die Kabinen. Alle bis auf einen. Düsseldorfs Matthias Zimmermann lag auf dem Rasen und musste behandelt werden. Er war in der letzten Szene vor der Pause vom Mainzer Fernandes mit dem Fuß am Kopf getroffen worden. Fernandes hatte den Fuß dabei so weit oben, dass er zurecht die Gelb-Rote Karte sah. Es war der größte Aufreger einer überschaubar aufregenden ersten Hälfte.
In der Folge versuchte sich nur noch die Fortuna – weiter mit Zimmermann – an Angriffsbemühungen. Außer Düsseldorfs Torwart Zack Steffen befand sich meist niemand in der Spielhälfte der Gastgeber. Mit der Zeit ergaben sich daraus fast zwangsläufig Chancen.

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Zwei sehr gute hatte binnen weniger Sekunden Kasim Adams per Kopf nach Standardsituationen. Beide Male parierte FSV-Torwart Robin Zentner.
Gegen einen weiteren Kopfball, von Rouwen Hennings nach schöner Hereingabe von Nico Gießelmann aus fünf Metern, war dann aber auch Zentner ohne machtlos. (Tsp)

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