Basketball: NBA : Der Aufstieg der Boston Celtics

Vor vier Jahren waren Boston Celtics und T-Wolves noch im Tabellenkeller der NBA. Nun spielen sie um den Titel. Wie ist das möglich? Unser Schülerpraktikant, glühender Celtics-Fan, hat die Lage analysiert.

Miles Rieger
Hart umkämpft. Bostons Kyrie Irving (M) in Aktion gegen den verteidigenden Taj Gibson (r) aus Minnesota.
Hart umkämpft. Bostons Kyrie Irving (M) in Aktion gegen den verteidigenden Taj Gibson (r) aus Minnesota.Foto: Jim Mone/AP/dpa

Die Stimmung in der Halle ist vor allem eins: laut. Jeder Angriff wird nach vorn geschrien, jede Verteidigungsaktion sorgt für Jubel. Fast zwei Stunden pushen die Fans der Boston Celtics ihr Team gegen die Minnesota Timberwolves (kurz genannt: T-Wolves) nach vorne. Am Ende ist der Jubel in der grün gefärbten Halle grenzenlos. Ein Sieg in letzter Sekunde. Die Celtics, Letzter der NBA, haben gegen den Vorletzten gewonnen.

Vier Jahre später ist aus dem früheren Kellerduell ein Spitzenspiel geworden. Celtics gegen die Wolves ist dieses Mal das Aufeinandertreffen von zwei Play-off-Kandidaten in der National Basketball Association. Möglich macht es das US-amerikanische Sportsystem. Dabei erhalten die schlechtesten Mannschaften die besten Nachwuchsspieler aus den College-Teams. Der sogenannte Draft. Man muss es sich vorstellen, dass Ousmane Dembele nicht zu Barcelona, sondern zu Freiburg wechselt.

Für die Celtics heißt dieser Spieler nicht Dembele, sondern Isaiah Thomas. Nach der Horrorsaison 2014 bekommt das Team aus Boston zum Saisonstart den Spieler von Phoenix. Das machte die Celtics fast sofort zu einer Play-off-Mannschaft. Sie verbesserten sich von Platz 13 in ihrer Conference auf Platz 7. In der folgenden Saison verstärken sich die Celtics erneut und werden in der Eastern Conference sensationell Erster. Im letzten Sommer entschied der Verein nochmals die ganze Mannschaft umzustellen, um einen Titel zu gewinnen: und zwar mit der Verpflichtung von Gordon Hayward, was zum Tausch von Isaiah Thomas für Kyrie Irving führte. Noch dazu draften die Celtics talentierte Spieler wie Jayson Tatum und Jaylen Brown. Auch der deutsche Nationalspieler Daniel Theis, der bis zum vergangenen Sommer für Brose Bamberg gespielt hat, soll von der Bank kommend für Stabilität sorgen.

Gegen die T-Wolves gelingt das Anfang Februar. Wieder ist es ein Zittersieg, am Ende gewinnen die Celtics 117:109. Obwohl Gordon Hayward sich im ersten Saisonspiel schwer verletzte, sind die Celtics im Moment auf dem zweiten Platz und einer der klaren Favoriten, es in die NBA-Finals zu schaffen. Doch egal, wie die Saison endet, in der Halle in Boston wird es sein wie immer. Grün und laut.

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