Basketball-Pokal : Wie im Rausch: Alba Berlin besiegt Bayreuth und steht im Finale

Im Halbfinale um den deutschen Basketball-Pokal setzt sich Alba Berlin mit 96:74 gegen Bayreuth durch. Gegner im Endspiel am Sonntag ist der alte Lieblingsfeind aus München.

Mittendurch ins Endspiel. Stefan Peno und seine Teamkollegen setzten sich gegen Bayreuth durch und zogen ins Pokalfinale ein.
Mittendurch ins Endspiel. Stefan Peno und seine Teamkollegen setzten sich gegen Bayreuth durch und zogen ins Pokalfinale ein.Foto: imago

400 Fans können wahnsinnig viel Lärm machen, und der Lärm kann sich sogar schön anhören, wenn er wohlwollend an einen selbst gerichtet ist. Aito Garcia Reneses, Trainer von Basketball-Bundesligist Alba Berlin, lehnte am Samstagabend entspannt an einer Werbebande in der Neu-Ulmer Basketball-Arena. Dort wird an diesem Wochenende der deutsche Pokalsieger ausgespielt. Der 71 Jahre alte Spanier blickte über seine Schulter und lächelte. Die Fans von Alba brüllten lange den Namen des Trainers, dem so viele Sympathien entgegenfliegen. Am Sonntag hat Reneses die Chance, mehr als nur der nette und hoch respektierte Coach zu sein. Reneses kann mit Alba Berlin Pokalsieger werden. Das Halbfinalspiel gegen den starken Ligarivalen Bayreuth gewannen die Berliner mit 96:74 (49:40). Im Finale um 15 Uhr wartet der FC Bayern München, der große Favorit, der in seinem Halbfinale den Ausrichter Ulm 84:73 besiegte.

Die Atmosphäre in der Neu-Ulmer Arena war trotz des Ausscheidens der Heimmannschaft stimmungsvoll. Die rund 6 000 Zuschauer schafften eine fiebrige Pokalatmosphäre, während draußen im Schwabenland ein kleiner Schneesturm übers Land zog. Beide Mannschaften hatten in diesem zweiten Halbfinale zu Beginn auch mit der besonderen Stimmung zu kämpfen. Alba spielte viele Pässe hoch unter den gegnerischen Korb. Aber keiner wollte in den Händen eines Berliner Spielers landen. Schließlich wurde das Niveau deutlich besser, was viel mit Bogdan Radosavljevic zu tun hatte. Der Alba-Center ist der Spielertyp „ewiges Versprechen“. Der 2,13-Meter-Riese hat viel Gefühl in seinen Händen und eine gute Übersicht. Bei Alba Berlin warten sie schon lange darauf, dass der 24-Jährige seine vielen Talente zeigt. Am Samstag war zum Glück für Alba ein Tag, an dem er dies tat. Im ersten Viertel legte er seinen Mitspielern acht Punkte perfekt auf und traf auch noch selbst.

Überhaupt hat es Reneses geschafft, aus Alba eine außerordentlich undurchschaubare Mannschaft zu machen. Es gibt da die Teamleader Luke Sikma oder Dennis Clifford. Aber es gibt noch ein paar andere. Neben Radosavljevic war das gegen Bayreuth Stefan Peno, der es bislang als Scorer nicht zur Berühmtheit gebracht hatte. Am Samstag hatte der Aufbauspieler zur Halbzeit schon neun Punkte erzielt und führte die interne Liste damit an.

Zur Pause dann saß Reneses auf seinem Stuhl und kritzelte wild auf seinem Taktikbrett herum. Er hatte sich offensichtlich ein paar zielführende Dinge überlegt. Alba spielte ein fulminantes drittes Viertel. Luke Sikma war nun kaum mehr zu halten. Aber im Grunde galt das für das gesamte Team. Am Ende des Viertels trafen innerhalb weniger Sekunden Niels Giffey, Luke Sikma und Joshiko Saibou ihre Drei-Punkte-Würfe. Alba hatte vor dem letzten Viertel einen Vorsprung von 26 Punkten. Das Spiel war gelaufen, Reneses coachte tapfer weiter und genoss den Lärm seines Anhangs.

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