Bayern München verliert 1:3 bei Bayer : Angeschlagen nach Berlin

Der FC Bayern verliert durch das 1:3 bei Bayer den Kontakt zum Tabellenführer Dortmund.

Spiel gedreht. Leverkusens Stürmer Kevin Volland traf zur 2:1-Führung, Bayerns Torwart Sven Ulreich macht sich vergebens breit.
Spiel gedreht. Leverkusens Stürmer Kevin Volland traf zur 2:1-Führung, Bayerns Torwart Sven Ulreich macht sich vergebens breit.Foto: Federico Gambarini/dpa

Dem großen FC Bayern scheint die Luft auszugehen bei der Verfolgung von Tabellenführer Borussia Dortmund. Am Sonnabend leisteten sich die Münchner am 20. Spieltag in Leverkusen ohne den an der Hand verletzten Nationaltorwart Manuel Neuer einen seltsam uninspirierten Auftritt, an dessen Ende sie 1:3 (1:0) verloren. Es war für sie schon die vierte Niederlage in der laufenden Saison. Der Abstand auf Dortmund beträgt nun aus Sicht des Meisters schon sieben Punkte. Bayern-Trainer Niko Kovac sagte: „Das einzig Positive ist, dass Dortmund nicht gewonnen hat.“
Uli Hoeneß weiß inzwischen, dass er das mit dem Fernglas als Metapher für den Abstand zwischen dem FC Bayern und dem Rest der Liga nie hätte verwenden dürfen. War ja klar, dass es bei jeder Möglichkeit gegen ihn verwendet würde. Am Samstag gegen 16 Uhr zum Beispiel hatte Borussia Dortmund fernglasweite acht Punkte Vorsprung auf die Bayern und ihren Präsidenten Hoeneß. Dortmund führte 1:0, bei Bayern stand es 0:0.
Allerdings hatte sich nach 16 Uhr angedeutet, dass der Abstand womöglich wieder verkürzt werden könnte. Denn Dortmund kassierte das 1:1 und die Bayern gingen derweil in Leverkusen in Führung. Aber das waren nur Momentaufnahmen, das Ende wurde bitter für die Mannschaft von Niko Kovac. Der Trainer sagte nach dem Spiel: „Wir hätten in der ersten Halbzeit höher führen müssen. Die Gegentore hätten so nicht fallen dürfen, von daher müssen wir uns ärgern.“

Für die Bayern war es keine gute Vorbereitung auf das Achtelfinale im DFB-Pokal

Leverkusen unter dem mutigen Trainer Peter Bosz begann in den ersten Minuten rasant, die Münchner kamen kaum hinten heraus. Ein ungewohntes Bild des Bundesligafußballs – aber auch eines, an das sich die Münchner vielleicht gerne gewöhnen. Denn sie können kontern. Sie machten das immer wieder nach starken Zuspielen aus der Abwehr heraus, meist kamen sie von Abwehrspieler Mats Hummels. Und nicht selten war es der schnelle Kingsley Coman, der auf das Tor der Leverkusener zusteuerte.

So auch beim ersten Treffer des Spiels kurz vor der Halbzeitpause: Hummels spielte einen Beckenbauer-Gedenkpass mit dem Außenrist in den Lauf von Coman. Der Franzose scheiterte an Torhüter Lukas Hradecky, anschließend flankte Thomas Müller in die Mitte, wo er Leon Goretzka fand. Es stand 1:0, die Bayern spielten in der Folgezeit routiniert – bis der Leverkusener Leon Bailey in der zweiten Halbzeit ein traumhaft schönes Freistoßtor erzielte. Plötzlich waren es die Leverkusener, die zum ein oder anderen Konter ansetzten. Einen davon vollendete Kevin Volland nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich zum 2:1. Neuer-Vertreter Ulreich hatte keine Abwehrchance.
Doch damit nicht genug, kurz vor Schluss kam es ganz bitter für die Bayern. Nach einem Konter spielte Brandt den Ball auf Alario, der brauchte nur noch den Fuß hinzuhalten und es stand 3:1. Nach Videobeweis war klar: Es war kein Abseits.
Für die Bayern war es keine gute Vorbereitung auf das Achtelfinale im DFB-Pokal. Immerhin, die Mannschaft, bei der sie am Mittwoch in Berlin antreten werden, erlebte auch keinen schönen Nachmittag. Hertha verlor ja ebenfalls.

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