Bayern-Real : 2:2 nach Verletzungen

Vor dem Champions-League-Knüller Bayern München gegen Real Madrid sind vor allem die medizinischen Abteilungen gefragt. Die Bayern bangen um Lucio und Salihamidzic, bei Real fallen angeblich Beckham and Reyes aus.

München - Bayern Münchens Reizfigur Mark van Bommel ist bereit für eine Abrechnung mit den Stars von Real Madrid, aber vor dem Champions-League-Spiel am Mittwoch stehen beim deutschen Fußball-Meister erst einmal die medizinischen "Wasserstandsmeldungen" im Blickpunkt. Zum Patienten Lucio gesellte sich zwei Tage vor dem Achtelfinal-Rückspiel als zweite angeschlagene Stammkraft Mittelfeldspieler Hasan Salihamidzic, der die Übungseinheit am Montag vorzeitig mit Verdacht auf eine Innenbandblessur am linken Knie abbrechen musste und sich umgehend zu Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt begab. Geringere Sorgen macht Trainer Ottmar Hitzfeld der drohende Ausfall von Abwehr-Reservist Christian Lell, der bei einem Zweikampf mit Bastian Schweinsteiger eine Verletzung an der Patellasehne erlitt.

Vor allem der Ausfall von Abwehrchef Lucio, der sich am Wochenende beim 3:2-Sieg in Berlin eine schmerzhafte Blessur am großen Zeh des rechten Fußes zugezogen hatte, wäre ein ernsthaftes Handicap bei der geplanten Aufholjagd der Bayern nach der 2:3-Niederlage im Achtelfinal-Hinspiel in Madrid. "Lucio ist wieder ganz der Alte. Es wäre ein großer Vorteil, wenn er spielen kann", sagte Abwehr-Kollege Willy Sagnol besorgt.

Spielt Beckham wirklich nicht?

So, wie die Bayern auf die Künste ihrer medizinischen Abteilung hoffen, so sehr misstrauen sie den Meldungen aus Spanien über den angeblich definitiven Ausfall von "Flankengott" David Beckham bei Real. Der Engländer war ebenso wie Teamkollege José Antonio Reyes am Sonntagabend beim 1:1 im Ligaspiel gegen den von Bernd Schuster betreuten FC Getafe vorzeitig wegen einer Knieblessur ausgeschieden. "Beckham and Reyes werden nicht gegen München antreten", sagte Real-Trainer Fabio Capello, was in München auf Skepsis stieß. "Ich glaube nicht, dass es zu 100 Prozent klar ist, dass Beckham nicht spielt", kommentierte van Bommel das 2:2 nach Verletzungen - Stand Montag.

Beckham hatte per Eckball und Freistoß im Hinspiel zwei der drei Real-Tore vorbereitet und 60 Minuten lang brilliert. Sein Ausfall würde Hitzfeld vermutlich einige Sorgen nehmen, auch wenn den Bayern-Coach die Kunde aus Madrid angeblich gar nicht interessierte. "Es ist egal, wer bei Real spielt." Andererseits schulte Hitzfeld am Montag speziell die Innenverteidiger bei der Abwehr hoher Bälle. Nicht undenkbar erscheint, dass er den schon in Madrid und am Wochenende gegen Hertha erneut patzenden Daniel van Buyten durch den Argentinier Martin Demichelis ersetzt. "Wir haben viele unnötige Tore kassiert in letzter Zeit. In der Champions League müssen wir stärker sein, sonst kommen wir nicht weiter", warnte Sagnol.

Sagnol: "Unsere Moral ist größer"

Insgesamt sehen sich die Bayern im Vorteil. "Die individuelle Qualität spricht für Real Madrid, aber unsere Moral ist größer", meinte Sagnol. Auch van Bommel sieht seine Mannschaft im Aufwind. "Unser Spielniveau ist wieder höher. Wir haben wieder Spaß", betonte der Mittelfeldstar. Verantwortlich dafür macht er den Trainerwechsel von Felix Magath zu Ottmar Hitzfeld. "Das war das Wichtigste, was sich geändert hat. Die Philosophie von Hitzfeld schlägt gut an."

Der Niederländer darf sich nach seiner unfairen Jubel-Geste nach seinem wichtigen 2:3-Anschlusstor in Madrid, die ihm eine zur Bewährung ausgesetzte Sperre für das Rückspiel einbrachte, wohl auf besonders harte Bandagen im Kampf mit den Madrilenen einstellen. Doch das schreckt Bayerns "Aggressiv-Leader" (Hitzfeld) nicht. "Das gehört zum Fußball dazu." Er will seinen aggressiven Stil auch am Mittwoch beibehalten: "Auf dem Platz bin ich vielleicht ab und zu ein anderer Mensch", meinte er lächelnd und blickte entschlossen nach vorne: "Die Geste ist passiert, okay. Jetzt zählt allein das Spiel am Mittwoch." (Von Klaus Bergmann, dpa)

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