Am Sonntag empfängt der BAK Spitzenreiter Neustrelitz im Poststadion

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Kolumne Berliner Fußball : Der BAK und die Glücksgriffe

Jens Härtel, der erfolgreiche BAK Trainer, wechselt zu RB Leipzig – als Ersatz werben die Moabiter Engin Yanova von Union II ab. Der neuer Chef brauchte einen Stürmer und denkt sofort an Kiyan Soltanpour: „Ich wusste aus seiner Zeit bei Union, dass er gewisse Qualitäten hat“, erinnert sich der BAK-Coach. Soltanpour zweifelt keine Sekunde, als der Anruf von Yanova kommt. „Ich hätte zu anderen Regionalligamannschaften gehen können, aber ich habe mich für den BAK entscheiden, weil es in Berlin ist und weil der Trainer super ist“, erklärt er. „Er war der Hauptgrund, warum ich hergekommen bin.“

Sie können sich nun abschnallen, wir sind in der Gegenwart angekommen, die für alle drei Beteiligten kaum besser aussehen könnte. Die Verletzungsprobleme von Soltanpour sind wohl endlich Vergangenheit. Er hat bis jetzt alle zwölf Regionalligaspiele des BAK von Beginn an gespielt und dabei acht Tore erzielt. Yanova scheint bislang alles richtig gemacht zu haben, sein neuer Klub steht auf dem zweiten Tabellenplatz und gilt als ernsthafter Anwärter auf den Aufstieg in die 3. Liga. „Wegen seiner unglücklichen Zeit über die letzten Jahren gab es natürlich ein Risiko mit Soltanpour“, sagt Yanova. Doch die Sorgen haben sich nicht bestätigt, ganz im Gegenteil. Der Trainer ist selbst überrascht, dass seine Truppe so stark ist. „Es ist schön zu sehen, dass das, was man investiert hat, zurückgeflossen ist. Das ist eine Art Return-on-Investment“ sagt Yanova.

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14.10.2012, Sömmeringstraße: Brandenburg 03 gegen Türkiyemspor (Berliner-Pilsner-Pokal).Weitere Bilder anzeigen
1 von 27Foto: Ian Stenhouse
18.10.2012 21:4414.10.2012, Sömmeringstraße: Brandenburg 03 gegen Türkiyemspor (Berliner-Pilsner-Pokal).

Die beiden alten Bekannten sind sich auch einig, dass wir von Soltanpour sogar noch mehr erwarten dürfen. „Ich bin noch nicht bei hundert Prozent, weil mir noch Spielpraxis fehlt – ich hatte zwei Jahre lang kaum gespielt“, sagt der deutsch-iranische Stürmer. „Mit den Toren wird’s immer besser und ich denke, dass ich noch besser werden kann.“ Yanova stimmt zu. „Er muss sich weiterentwickeln – er ist noch nicht da, wo er früher mal war. Wir geben ihm aber die Zeit, damit mehr von ihm kommt. Es gibt kleine Baustellen bei ihm aber er arbeitet hart daran, sich weiterzuentwickeln.“

Am Sonntag (13.30 Uhr) kommt ein großer Test für Yanova, Soltanpour und den BAK: Tabellenführer TSG Neustrelitz ist zu Gast im Poststadion. Zu Saisonbeginn sagte Yanova, er erwarte, dass es eine Überraschungsmannschaft gibt. Er hatte Recht. Keiner hat vermutet, dass Neustrelitz zehn Spiele in Folge gewinnt, und mit vier Punkten Abstand an der Spitze der Regionalliga steht. Yanova freut sich auf die Begegnung: „Das wird ein sehr schnelles Spiel. Neustrelitz ist eine Mannschaft, die ein gutes Tempo hat. Beide Teams sind von den Stärken her auf Augenhöhe, aber die Mannschaft, die am Tag die bessere Mentalität auf dem Platz verkörpert, wird das Spiel gewinnen.“

Leider können wir nicht in die Zukunft blicken. Vielleicht wird der BAK am Sonntag gewinnen und vielleicht wird Soltanpour irgendwann eine neue Chance bekommen, sich in der 3. Liga verletzungsfrei zu beweisen. Vielleicht sogar mit dem BAK. Vielleicht auch nicht. Nur eine Sache ist klar: mit Yanova am Ruder und Soltanpour in Form, sieht die Zukunft des Klubs sehr gut aus.

Der Autor: Stephen Glennon kommt aus Irland, lebt seit 2005 in Berlin und ist Mitgründer des englischsprachigen Berliner Fußballmagazins No Dice.  Für den Tagesspiegel schreibt Glennon immer freitags über den Berliner Fußball. Bilder und Spielberichte von „No Dice” auf Facebook.

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