Die Heim-WM als emotionaler Karriere-Abschluss

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Biathlon-WM in Ruhpolding : Magdalena Neuners letzter großer Auftritt

„Der Spirit hat total gefehlt. Ständig wurde an mir herumgezerrt, wir wurden wie Schafe auf dem Weg zum Schlachthof behandelt“, sagte Neuner, die Olympia als „große Enttäuschung “ bezeichnete. So ein aus ihrer Sicht unwürdiges Gezappel möchte sie kein zweites Mal mitmachen.

„Für mich ist sie eine Legende“, sagte der Norweger Ole Einar Björndalen, selbst ein großer Star der Biathlonszene. Wie viele Fans bedauert der 38-Jährige, dass die Deutsche aufhört. Doch deren Entschluss steht felsenfest. Zudem absolviert Neuner ihre Abschiedstournee bislang mit großem Erfolg: Die zehnmalige Weltmeisterin führt den Gesamt-Weltcup an, siegte in diesem Winter bereits bei sieben Einzelrennen – und geht ihren mutmaßlichen Gefühlshöhepunkt in sechs Jahren an der Weltspitze entsprechend zuversichtlich an.

„Diese Heim-WM ist schon seit Monaten in meinem Kopf“, sagt Neuner. „Dadurch, dass der Saisonhöhepunkt in Ruhpolding stattfindet, ist die Anspannung größer.“ Und die Erwartungen der Zuschauer sind enorm. Durch die langjährige Zusammenarbeit mit ihrem Mentaltrainer, dessen Namen sie wie ein Staatsgeheimnis hütet, ist sie auch beim Schießen inzwischen konstant erfolgreich. Ihre Hauptkonkurrentinnen, die Weißrussin Darja Domratschewa und die Finnin Kaisa Mäkäräinen, witzelten deshalb schon, Neuner demnächst als ihre Schießtrainerin engagieren zu wollen.

Doch nichts liegt der gebürtigen Garmisch-Partenkirchenerin ferner. Die ersten blühenden Krokusse in ihrer oberbayrischen Heimat, das erste frische Gras – solche Dinge haben Neuner stets beglückt, wenn sie Ende März vom letzten Weltcup-Rennen der Saison nach Hause kam. Und so kurz vor dem Ende ihrer Karriere freut sie sich auf die nahende Heimkehr nun ganz besonders.

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