Sport : Bielefeld II – Preußen Münster

23. Februar, Oberliga, Endstand: 2:1 Zuschauer: 3500 auf der guten, alten Alm

Tim Schleisiek[Felix Brandt]

Es ist zwölf Jahre her, da lieferten sich Arminia Bielefeld und Preußen Münster in der Oberliga Westfalen allerlei erbitterte Duelle, deren Ende einmal von Arminia-Biograph Jens Kirschneck damals als „Bielefeld-Gefühl“ beschrieben wurde: „Wir können nichts, wir haben nichts, wir haben das schlechteste Wetter der Republik, und einmal im Jahr zeigt uns Preußen Münster, wie man clever ist.“ Die Partien endeten damals stets 1:3 oder 0:3 und hinterließen nachhaltig traumatisierte Anhänger. Seither wird jedes Aufeinandertreffen genutzt, um die gegenseitige Feindschaft aufzufrischen, selbst wenn inzwischen nur noch die zweite Mannschaft von Arminia gegen Münster anzutreten hat und das obendrein nur in der 4.Liga. Das bedeutet stets Sonderschichten für die Polizei, die diesmal einen kompletten Münsteraner Sonderzug vom Bahnhof zur Alm bugsieren musste, während missgünstige Bielefelder Anhänger aus den Fenstern lugten.

Keine verkehrten Vorsichtsmaßnahmen. Im Hinspiel verbrannten Münsteraner eine zuvor stibitzte Fahne der Arminia-Anhänger, im Rückspiel präsentierten die Bielefelder ihrerseits eine geklaute Preußen-Fahne. Unterstütztend wurde auf beiden Seiten neunzig Minuten lang gebölkt, am Ende allerdings vorwiegend auf Bielefelder Seite. Denn statt sich wieder einmal freiwillig in eine klare Niederlage fügen, gewann diesmal doch tatsächlich die Bielefelder mit 2:1.

Die Spieler taten hinterher so, als sei das ein normales Spiel, ein ganz normaler Sige gewesen. Aber was wissen die denn schon.

An dieser Stelle berichten „11 Freunde freitags“-Leser von ihren Erlebnissen in der großen, weiten Welt des Fußballs.

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