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Borussia Dortmund : Aubameyang reagiert mit Unverständnis auf Suspendierung

Vier Spiele, kein Sieg und Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang wird aus dem Kader gestrichen – bei Borussia Dortmund herrscht vor dem Spiel in Stuttgart am Freitag große Unruhe.

Wie bitte? Richtig gehört? Pierre-Emerick Aubameyang wird im Punktspiel beim VfB Stuttgart nicht im Dortmunder Kader stehen.
Wie bitte? Richtig gehört? Pierre-Emerick Aubameyang wird im Punktspiel beim VfB Stuttgart nicht im Dortmunder Kader stehen.Foto: dpa

Borussia Dortmunds Stürmerstar Pierre-Emerick Aubameyang hat mit Unverständnis auf seine Suspendierung für das Bundesliga-Spiel am Freitagabend beim VfB Stuttgart (20.30 Uhr) reagiert. „Nach Mailand konnte ich die Strafe und die Suspendierung verstehen, weil ich gegen eine Ansage verstoßen habe. Dieses Mal verstehe ich es wirklich nicht. Ich wollte nicht zu spät kommen“, sagte der Torschützenkönig der „Bild“-Zeitung.

Demnach soll Aubameyang am Donnerstag 20 Minuten zu spät zum Abschlusstraining gekommen sein. Daraufhin war der Gabuner von Trainer Peter Bosz aus „disziplinarischen Gründen“ aus dem Kader gestrichen worden, wie der BVB via Twitter mitteilte.

Der 28-Jährige, der schon häufiger mit Extravaganzen auffiel, ist nicht zum ersten Mal aus dem BVB-Kader gestrichen worden. Im vergangenen November suspendierte der damalige Trainer Thomas Tuchel den Angreifer vor dem Champions-League-Gruppenspiel gegen Sporting Lissabon. Damals war Aubameyang trotz Verbotes einen Tag zur Shopping-Tour nach Mailand geflogen.

Nun muss der BVB die Negativserie von vier Spielen ohne Sieg ohne seinen besten Torschützen beenden. Aubameyang war zuletzt ohnehin stark kritisiert worden, weil er seit 476 Minuten ohne Torerfolg ist. Seine beiden letzten Treffer erzielte er beim 2:3 gegen RB Leipzig am 14. Oktober. „Die Länderspielpause hat sehr gut getan. Ich stelle mich der Kritik. Ich weiß, dass ich jetzt wieder Tore schießen muss“, sagte der Torschützenkönig der vergangenen Saison der „Bild“.

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'Disziplinarische Gründe': Aubameyang aus BVB-Kader gestrichen
'Disziplinarische Gründe': Aubameyang aus BVB-Kader gestrichen

BVB-Trainer Bosz steht unter Druck

Die jüngste Durststrecke bescherte dem BVB ohnehin schon eine unliebsame öffentliche Diskussionen über die offensive Spielphilosophie von Fußball-Lehrer Bosz und die mangelnde Einsatzbereitschaft seiner Profis. Die neuerliche Debatte um Aubameyang kommt somit zur Unzeit. Erstmals verspürt Bosz seit seinem Amtsantritt im Sommer größeren Druck: „Wenn man nicht gewinnt, ist der Gegenwind da“, bekannte der Tuchel-Nachfolger, gab sich vor der Partie in Stuttgart aber wieder betont zuversichtlich. „Es ist für mich eine Herausforderung, den Wind wieder zu drehen. Und ich bin mir sicher, dass das gelingt.“

Trotz des neuerlichen Ärgers um Aubameyang bleibt die Hoffnung aller Beteiligten, von der zweiwöchigen Ligaunterbrechung profitieren zu können. Neben Aubameyang verzichteten auch Stars wie Shinji Kagawa und Christian Pulisic auf eine Reise zu ihren Nationalmannschaften. „Wir konnten in dieser Pause nicht - wie sonst üblich - mit nur vier oder fünf Profis, sondern mit zwölf oder 13 trainieren. Deshalb ist der Optimismus da“, sagte Bosz, dessen Team nach wochenlanger Tabellenführung derzeit nur auf Platz drei rangiert.

Aubameyang ist bereits mehrfach auffällig geworden

Mit intensiven Einheiten stimmte der Coach seine Mannschaft auf die wichtigen Partien gegen den VfB, Tottenham Hotspur und den FC Schalke 04 ein, in denen die Trendwende geschafft werden soll. „Es ist eine schwierige Situation. Das merken wir auch im Training“, kommentierte Raphael Guerreiro. Der Europameister aus Portugal verteidigte den Trainer demonstrativ gegen Kritik: „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, weil wir zu wenig Motivation und Leidenschaft auf den Platz gebracht haben. Das versuchen wir abzustellen.“

Einfach wird es für den BVB nicht, erstmals seit dem 30. September wieder einen Bundesligasieg zu feiern. Schließlich ist der VfB in diesem Jahr in 14 Partien daheim noch ungeschlagen. Bosz hofft auf eine Trotzreaktion seines Teams: „Wir müssen wieder wie eine richtige Mannschaft auftreten.“ Auch ohne Aubameyang. (dpa)

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