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BR Volleys : Deutliche Niederlage gegen VfB Friedrichshafen

Mit einem Sieg gegen den Dauerrivalen hätten die BR Volleys Boden gutmachen können. Doch nach dem 0:3 stehen sie vor schwierigen Wochen.

Neuzugang Sergej Grankin wurde gleich besonders gefordert.
Neuzugang Sergej Grankin wurde gleich besonders gefordert.Foto: imago/Bernd König

Eigentlich gelten auch die hartgesottenen Fans der BR Volleys als sehr verständnisvoll, wenn es darum geht, ihrer Mannschaft mal ein schlechtes Spiel zu verzeihen. Doch nach den durchwachsenen Leistungen der bisherigen Saison hielten am Mittwochabend schon während des ersten Satzes des Bundesliga-Spitzenspiels gegen den VfB Friedrichshafen einige Anhänger im Fanblock ein Banner hoch mit der Aufschrift: „Fight now!“ – Kämpft jetzt!
Ihre Aufforderung wurde kaum erhört. Die Berliner Mannschaft gab sich im Duell mit dem großen Rivalen zwar nie auf, doch sie verlor klar mit 0:3 (23:25, 17:25, 21:25) vor 7276 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle. So verpassten es die Volleys deutlich, wieder voll einzusteigen in den Kampf um die deutsche Meisterschaft.

„Das ist jetzt eine schwierige Situation für uns“, sagte Trainer Cedric Enard. Allerdings ist der Franzose für den weiteren Saisonverlauf durchaus positiv gestimmt. Und das liegt daran, dass die Berliner am Mittwoch ein anderes Zeichen gesetzt haben, dass sie ihren Titel noch mit aller Macht verteidigen wollen. Wenige Stunden vor Spielbeginn hatten die Volleys verkündet, dass sie kurzfristig einen weiteren Zugang verpflichtet haben: den Russen Sergej Grankin, der auch schon gleich gegen Friedrichshafen spielberechtigt war. Der Olympiasieger von 2012, der zuletzt für Dynamo Moskau spielte, erhält einen Vertrag bis zum Saisonende. „Sergej wird uns mit seiner Erfahrung und seinen Qualitäten sehr helfen“, sagt Enard.

Grankin bekam schon viel Einsatzzeit

Mit Grankin haben die Volleys nun drei Zuspieler. Dass Kapitän Sebastian Kühner und Jan Zimmermann, bisher das Zuspieler-Duo, von dem Transfer alles andere als begeistert sind, ist wenig überraschend. „Ich will dazu nichts sagen. Das ist eine Management-Entscheidung“, betonte Zimmermann. Und Kühner sagte: „Das ist Leistungssport. Ich muss jetzt um meine Einsatzzeit kämpfen.“ Enard und Manager Kaweh Niroomand waren mit den bisherigen Leistungen der beiden kaum zufrieden. „Wir mussten einfach etwas ändern“, sagte Enard. Niroomand betonte: „Wir haben an vielen Stellen Handlungsbedarf. Grankin ist eine Persönlichkeit, die das Team auch in schwierigen Momenten führen kann.“

Von Beginn an spielte der 34-Jährige, für den Berlin die erste Auslandsstation ist, allerdings noch nicht. In der Startformation stand Kühner. Und den Zuschauern bot sich ein bekannter Spielverlauf. Nach Fehlern in der Annahme lagen die Berliner früh mit 2:5 zurück. Beim Stand von 17:20 wurde Grankin dann zum ersten Mal eingewechselt. Seine ersten Pässe kamen an und die Berliner waren wieder dran (21:22). Enard brachte dann wieder Kühner und es gelang der Ausgleich zum 22:22. Allerdings unterliefen den Berlinern erneut Fehler und sie verloren den ersten Satz 23:25.

Den nächsten Durchgang verschliefen die Berliner vollends. Sie schwächelten im Aufschlag und in der Annahme, die Zuspiele waren ungenau und so lagen sie mit 2:7 hinten. Kurz darauf kam Grankin erneut für Kühner. Doch es war offensichtlich, dass dem Russen, der erst seit Dienstag in Berlin ist, noch die Abstimmung mit seinen Teamkollegen fehlt. So wuchs der Rückstand (7:14) und die Fans riefen: „Wir wollen euch kämpfen sehen!“ Aber auch dieser Satz ging deutlich mit 17:25 verloren.

Im dritten Durchgang, den Grankin komplett bestritt, zeigten sich die Berliner weiter verunsichert. Nach ordentlichem Start (5:4) mussten sie sich auch in diesem Satz mit 21:25 geschlagen geben. Grankin selbst gab sich nach der Niederlage jedoch optimistisch: „Ein bisschen Training, dann wird es besser.“

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