Bremen - Mainz : Buhmann Vranjes rettet Werder

Ausgerechnet Buhmann Jurica Vranjes hat den SV Werder Bremen im Titelkampf auf Tuchfühlung zu Spitzenreiter Schalke 04 gehalten.

Bremen - Der noch am Mittwoch im Uefa-Cup von den eigenen Fans gnadenlos ausgepfiffene Vranjes erzielte am Sonntagabend gegen den FSV Mainz 05 in der 60. Minute den wichtigen ersten Treffer zum 2:0 (0:0)-Sieg. Diego sorgte in der dritten Minute der Nachspielzeit für den Endstand. Die Bremer, bei denen WM-Torschützenkönig Miroslav Klose nach Rückenproblemen zurückkehrte, haben somit nach 26 Spieltagen in der Fußball-Bundesliga als Tabellenzweiter weiter nur drei Punkte Rückstand auf Schalke.

Die Mainzer konnten mit den Ex-Bremern Mohamed Zidan und Leon Andreasen ihren Aufwärtstrend vor 39.450 Zuschauern im Weserstadion nicht fortsetzen und stecken auch als bestes Team der Rückrunde mit 30 Punkten als 13. weiter mitten im Abstiegskampf.

Vranjes rückt für Schulz ins Team

Der Einsatz von Vranjes beruhte indes auf einem Missgeschick. Erst durch eine beim Aufwärmen erlittene Zerrung von Christian Schulz rückte der 27-Jährige überhaupt ins Team. Auch Klose stand nach zwei Partien Pause in der Startelf und zeigte eine ordentliche, aber glücklose Leistung und wartet weiter auf seinen ersten Treffer seit dem 31. Januar.

Für das erste Ausrufezeichen in der stürmischen Anfangsphase sorgte Diego. Der Brasilianer setzte nach nur 90 Sekunden einen Schuss an den Pfosten. Kurz darauf konnte der Mainzer Manuel Friedrich eine Flanke von Torsten Frings (5.) gerade noch über das eigene Gehäuse köpfen. Per Mertesacker (11.) hatte die dritte gute Bremer Chance, köpfte aber freistehend am Tor vorbei.

Mit der ersten Mainzer Offensivaktion durch Zidan (12.) wendete sich plötzlich das Blatt. Der Ägypter prüfte mit einem Schlenzer seinen alten Kollegen Tim Wiese im Werder-Tor. Dieser hatte nur zwei Minuten später bei einem vom böigen Bremer Wind zum Flatterball gewordenen Schuss große Mühe, parierte dafür einen Freistoß von Benjamin Weigelt (20.) bravourös. Nach der engagierten Startphase agierten die Bremer nun nicht mehr wie ein Meisterkandidat und überließen den gut organisierten Mainzern viel Raum.

Mehrere Fehlentscheidungen des Schiedsrichter-Assistenten

Dennoch bekam Bremen seine zunächst größte Chance vom Gegner praktisch geschenkt. Nikolce Noveski trat vor dem eigenen Strafraum ins Leere, aber weder Hugo Almeida noch Klose (31.) brachten den Ball am prächtig haltenden 05-Torwart Dimo Wache vorbei. Anschließend übernahmen die Bremer wieder die Initiative, haderten aber mit mehreren Fehlern von Schiedsrichter-Assistent Guido Winkmann bei Abseitsentscheidungen. Vranjes verpasste zudem kurz vor dem Seitenwechsel nach Zuspiel von Klose noch die Chance zum Führungstor.

Unbeirrt setzten die Bremer aber in der zweiten Halbzeit ihren Offensivstil fort. Dass ausgerechnet Vranjes den Bann brach, hatte kaum einer erwartet. Nach Zuspiel von Clemens Fritz schoss er den Ball von der Strafraumgrenze zu seinem dritten Saisontor ins Netz. Mainz steckte nicht auf und sorgte weiter für eine ansehnlich Partie. Die Bemühungen blieben aber ohne Erfolg. Nach stürmischen Mainzer Schlussattacken konnte Diego den letzten Bremer Konter zum Endstand nutzen. (tso/dpa)

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