Sport : Bronze – und weg

Jens Filbrich überrascht im 50-Kilometer-Langlauf

Marc Beyer

Sapporo - Zum Schluss blieb Jens Filbrich nicht mal mehr Zeit für die wichtigen Dinge, weder zum Reden noch zum Feiern. Der Bus Richtung Flughafen wartete, wo die deutschen Skilangläufer sofort abhoben mit Kurs auf Tokio. Den Kommentar zu seiner Bronzemedaille im 50-Kilometer-Rennen musste der Thüringer in der Kurzversion abgeben. Seinen Erfolg genießen könne er unter diesen Umständen „wahrscheinlich erst zu Hause“, ahnte er. „Oder im Flugzeug.“

Ein bisschen mehr Muße hätte er sich schon gewünscht, immerhin gelang ihm der größte Erfolg seiner Karriere. Medaillen hat er diverse, aber eine als Einzelstarter war bis gestern nicht darunter. Filbrich, 27, war zuverlässiger Bestandteil deutscher Staffeln und reiste von jeder großen Meisterschaft seit 2001 mit einer Medaille heim. Der vierte Platz des deutschen Quartetts am Freitag wog für ihn daher wesentlich schwerer als für Axel Teichmann und Tobias Angerer. Die hatten sich ihre Medaille schon in der Doppel-Verfolgung am ersten WM-Wochenende gesichert – Filbrich wurde Vierter. Das ärgerte ihn, nun aber „nimmt Sapporo noch ein schönes Ende für mich“. Drei vierte Plätze wären schwer zu verdauen gewesen.

Das Duell, das Filbrich und Angerer in ihrer Oberhofer Trainingsgruppe so oft haben, fiel über 50 Kilometer aus, weil die Skier der beiden auf die sinkenden Temperaturen unterschiedlich reagierten. Die von Filbrich wurden schneller, während Angerers Bretter an Griff verloren. Filbrich allerdings kämpfte schon nach halber Distanz mit Krämpfen, „aber da habe ich drüber weggesehen“. Bundestrainer Jochen Behle feixte, ein paar Krämpfchen würden sich auf dem Flug nicht verhindern lassen. Die deutsche Mannschaft hat Economy Class gebucht, Beinfreiheit ist im Preis nicht inbegriffen. Behle hatte aber eine Idee: „Wir legen beide in den Gang.“

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