• Buchbesprechung „Eiszeit“ von Rick Goldmann: Die ständige Neuerfindung des Eishockeys

Buchbesprechung „Eiszeit“ von Rick Goldmann : Die ständige Neuerfindung des Eishockeys

Der ehemalige Eishockeyprofi und Fernsehexperte Rick Goldmann schreibt mit Reporter Günter Klein über den Reiz des Eishockeys. Eine Buchbesprechung.

Gute Zeiten: Rick Goldmann (rechts) lief lange für die Nationalmannschaft auf.
Gute Zeiten: Rick Goldmann (rechts) lief lange für die Nationalmannschaft auf.Foto: Achim Scheidemann/dpa

„EISZEIT. Warum Eishockey der geilste Sport der Welt ist.“ Von Rick Goldmann und Günter Klein. Verlag Edel, 239 Seiten.

Der brachial-banale Titel täuscht. Aber da mussten wohl die Schlagworte „Eiszeit“ und „geil“ rein. Doch trotz dieser analogen Suchwortoptimierung von Seiten des Verlages ist Erich „Rick“ Goldmann mit seinem Co-Autor Günter Klein ein feines Werk gelungen zu einer Sportart, über die es hierzulande wenige und zu wenige gute Bücher gibt.

Einige davon hat Klein, Chefreporter des Münchner Merkur, schon vor Jahren geschrieben. Der ehemalige Eishockeyprofi Goldmann ist vor allem durch das Reden bekannt geworden. Als Fernsehexperte und Reporter zum Thema Eishockey ist er eine feste Größe auf „Sport 1“ und „Magentasport“. Goldmann gab der Berichterstattung in dieser Sportart den Schwung, der ihr gut tut und ein kompletter Kontrast zur seltenen und immer viel zu trutschigen Eishockeyberichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen ist.

„EISZEIT. Warum Eishockey der geilste Sport der Welt ist.“
„EISZEIT. Warum Eishockey der geilste Sport der Welt ist.“Foto: promo

In „Eiszeit“ ist Goldmanns Karriere nach der Spielerkarriere auch ein zentrales Thema, zuvor geht es in der Ich-Erzählung um das Werden und Wirken des Eishockeyspielers Goldmann. Spannend wird es durch die Anekdoten, die der gebürtige Bayer erlebt hat. Dem ersten Späher aus Nordamerika, der mit einer Laufbahn der besten Liga der Welt winkt, sagt der junge Rick, dass ihn die NHL nicht reize und er lieber in Deutschland bleiben und Nationalspieler werden wolle.

Goldmann ging dann aber doch, um das große Geld zu verdienen. Solche Schilderungen können zu sehr in Selbstbeweihräucherung abdriften, dem aber steuern Goldmann und Klein entgegen. Zu seiner absurd unglücklichen Karriere in der NHL, die mit mehreren Bänderrissen im ersten Spiel endete, stellt er fest, dass er wohl auch nicht gut genug gewesen sei für diese Liga. Schließlich spielte Goldmann lange in Nordamerika unterklassig in der Hoffnung auf eine große Karriere, die er dann als Verteidiger in Deutschland und im Nationalteam bis vor gut zehn Jahren auch hatte.

Goldmanns Nähe zum Sport macht den Charme der Erzählungen aus, obwohl sich das moderne Eishockey ja alle zehn Jahre neu erfindet, wie er schreibt. Er analysiert viel, der Experte, schreibt von Trainern, die als Spieler einen klangvollen Namen hatten, „aber eigentlich das Spiel nicht verstanden und kommunizieren konnten“. Bei Erich Goldmann ist es wohl so, dass er als Spieler gut war, das Spiel aber als Journalist noch besser erklären kann.

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