Bundesliga, 9. Spieltag : Der FC Bayern rückt näher

München gewinnt in Mainz. Auch Augsburg und Wolfsburg feiern Auswärtssiege. Stuttgart geht bei der TSG Hoffenheim unter.

Thiago oder nix. Bayerns Torschütze blickt entschlossen, sein Klub ist wieder auf Kurs.
Thiago oder nix. Bayerns Torschütze blickt entschlossen, sein Klub ist wieder auf Kurs.Foto: Thomas Frey/dpa

Die Bayern haben ihr Sieger-Gen wiederentdeckt. Mit dem 2:1 (1:0) beim FSV Mainz 05 feierte der deutsche Rekordmeister am Samstag den dritten Pflichtspielerfolg in Serie und ist in der Fußball-Bundesliga nun erster Verfolger von Tabellenführer Borussia Dortmund. Vor 33 305 Zuschauern in der ausverkauften Mainzer Arena trafen Leon Goretzka (39. Minute) und Thiago (62.) für die Münchner. Jean-Paul Boetius (48.) beendete mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich zwar nach insgesamt 498 Minuten die Torflaute der seit sechs Spielen sieglosen Rheinhessen, konnte die siebte FSV-Heimpleite gegen die Bayern nacheinander damit aber nicht verhindern.

Bayern-Trainer Niko Kovac hatte sein Starensemble vor dem Anpfiff noch einmal in die Pflicht genommen. „Es ist mir egal wie, am Ende müssen es drei Punkte sein. Wir kommen aus einer kleinen Krise, da ist es erstmal wichtig, dass wir die Spiele gewinnen“, forderte Kovac.

An der unmissverständlichen Vorgabe änderte auch der kurzfristige Ausfall von Mats Hummels nichts, der leicht angeschlagen passen musste. Für ihn rückte Jérôme Boateng in die Viererkette. Zudem rotierten David Alaba, Thomas Müller und Goretzka im Vergleich zum siegreichen Champions-League-Spiel bei AEK Athen in die Startformation.

Trotz der personellen Wechsel bestimmte der Rekordmeister von Beginn an die Partie, konnte aus seiner Überlegenheit zunächst aber kein Kapital schlagen. Gegen die bissigen und laufstarken Mainzer gab es erst einmal kein Durchkommen.

Javi Martinez trifft nur den Pfosten

Die Hausherren suchten ihr Heil in Kontern, bei denen sie die Bayern-Abwehr aber nicht in Verlegenheit bringen konnten. So blieben Chancen lange Mangelware, ehe Joshua Kimmich in der 27. Minute für den ersten Aufreger der Partie sorgte. Der Nationalspieler traf mit einem fulminanten Schuss nur die Lattenunterkante, von dort sprang der Ball auf die Linie und dann ins Feld zurück.

Kurz darauf bejubelten die Bayern die vermeintliche Führung, als Thiago nach einer Flanke von Serge Gnabry traf. Schiedsrichter Harm Osmers bemühte jedoch den Videobeweis und gab den Treffer nicht, weil er ein Foul des Vorbereiters an FSV-Abwehrchef Stefan Bell erkannt haben wollte. Doch das Tor war nur aufgeschoben, denn die Bayern erhöhten nun den Druck und trafen wenig später regulär. Eine Hereingabe von Kimmich hämmerte Goretzka volley ins Netz.

Wer nun einen lockeren Samstagnachmittag-Spaziergang der Bayern erwartete, sah sich jedoch getäuscht. Denn die Mainzer schlugen kurz nach der Pause zurück. Daniel Brosinski flankte nach innen, wo Boetius direkt verwandelte.

Kovac reagierte und brachte in Renato Sanches und Franck Ribéry zwei frische Offensivkräfte. Das zahlte sich schnell aus, als Thiago nach Vorarbeit von Robert Lewandowski aus Nahdistanz vollendete. Die Bayern hatten nun wieder alles im Griff und weitere Großchancen. Javi Martínez (78.) traf nur den Pfosten, Niklas Süle (80.) scheiterte an FSV-Keeper Florian Müller.

VfB ohne Chance

Am Abend kassierte Markus Weinzierl auch in seinem zweiten Spiel als neuer Trainer des VfB Stuttgart eine Klatsche. Eine Woche nach dem 0:4 gegen Borussia Dortmund musste der 43-Jährige mit dem Tabellenvorletzten der Bundesliga ebenfalls ein 0:4 (0:0) bei der TSG Hoffenheim hinnehmen. In einer wenig glanzvollen Partie trafen Joshua Brenet (48. Minute), Joelinton (51.) und zweimal Ishak Belfodil (57./60.). Stuttgarts Emiliano Insua hatte schon früh die Rote Karte gesehen.

Zuvor hatte Wout Weghorst die Wolfsburger Gäste bei Fortuna Düsseldorf kurz vor der Pause per Handelfmeter in Führung (41.). Nach einem Freistoß von William hatte Düsseldorfs Rouwen Hennings den Ball mit dem Oberarm berührt. Josip Brekalo (73.) und Daniel Ginczek (80.) entschieden die Partie endgültig zugunsten der Niedersachsen - 3:0. Für die Fortuna wird es nach der fünften Niederlage nacheinander am Tabellenende immer schwerer.

Das erste Tor des Bundesliga-Nachmittags war in Hannover gefallen. Rani Khedira schoss die Gäste in der achten Minute nach vorne. Das Team von Coach Manuel Baum legte nach der Pause nach. Alfred Finnbogason verwandelte einen Handelfmeter souverän zum 2:0 (63.), ehe Hannover durch Ihlas Bebou noch einmal herankam (72.). Es half den 96ern nicht mehr. Der FCA brachte den knappen 2:1-Vorsprung über die Zeit. (dpa)

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