Bundesliga-Abstiegskampf : Wer rettet sich, wer darf hoffen, wo fließen Tränen?

Im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga hat der SC Freiburg die besten Karten. Der HSV hingegen braucht ein kleines Wunder. Und in Wolfsburg herrscht Rätselraten.

Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia glaubt zu wissen, was zu tun ist.
Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia glaubt zu wissen, was zu tun ist.Foto: dpa

Für den VfL Wolfsburg steht am Sonnabend das (vorerst) wichtigste Spiel der Saison an. Ein Punkt gegen den 1. FC Köln reicht nach Lage der Dinge für die Relegation, in der der Zweitliga-Dritte Holstein Kiel wartet. Sogar Platz 15 – und damit der direkte Klassenerhalt – ist bei einem eigenen Sieg und einer gleichzeitigen Niederlage der Freiburger gegen den FC Augsburg noch möglich. Trotz dieser brisanten Konstellation wird das Stadion gegen Köln wohl nicht ausverkauft sein. Abstiegskampf ist inzwischen ja auch Routine in Wolfsburg, im Vorjahr gelang die Rettung schließlich ebenfalls erst über den Umweg Relegation. Und dann ist da natürlich noch Bruno Labbadia. „Ich kenne solche Situationen. Ich weiß genau, was zu tun ist“, sagte der VfL-Trainer, der unter der Woche auf besondere Maßnahmen wie ein Trainingslager verzichtete. Nicht wenige in Wolfsburg trauen dem als Retter verpflichteten Labbadia aber zu, dass er sogar noch Platz 16 verspielt. Viele Fans sind skeptisch, von Schulterschluss mit Mannschaft und Vereinsführung keine Spur.

Und Hamburg sind Fans und Team wieder eine Einheit

Ganz anders ist die Situation in Hamburg. Dabei steht der HSV vor dem erstmaligen Abstieg in der Vereinsgeschichte. Um den noch zu verhindern, muss erst einmal Borussia Mönchengladbach besiegt werden und zudem muss Köln in Wolfsburg gewinnen. Dass die Hamburger am letzten Spieltag aber überhaupt noch eine Chance auf den Klassenverbleib haben, wird im Umfeld des Vereins schon als Erfolg angesehen. In den vergangenen Tagen sind Klub und Anhänger noch enger zusammengerückt. Das für Donnerstag ursprünglich angesetzte Geheimtraining, wurde kurzerhand zur einer öffentlichen Einheit erklärt, rund 2000 Zuschauer feuerten das Team immer wieder lautstark an. „Das war eine richtig tolle Aktion. Sie hat gezeigt, dass die Mannschaft es geschafft hat, die Fans abzuholen“, sagte Trainer Christian Titz. Die Stimmung wurde sogar noch besser, als bekannt wurde, die Zusammenarbeit mit dem Chefcoach in jedem Falle fortsetzen zu wollen – egal in welcher Liga der HSV nächste Saison spielt.

Freiburg will nicht auf 0:0 spielen

Auch der SC Freiburg hat in seiner Klubgeschichte reichlich Erfahrungen im Abstiegskampf gesammelt – zuletzt waren es am finalen Spieltag der Saison 2014/2015 keine guten. Entsprechend angespannt war Trainer Christian Streich auch nach der jüngsten Niederlage vor einer Woche in Mönchengladbach. „Ich bin froh, dass wir jetzt den letzten Spieltag vor uns haben. Das ist ja nicht mehr zum Aushalten, das kann man nicht mehr verkraften“, sagte Streich vor Wochenfrist. Von Aufgeregtheit war in Freiburg in den vergangenen Tagen aber nichts mehr zu spüren. Auf ein Trainingslager verzichtete der SC vor dem Spiel gegen Augsburg ganz bewusst. Es reicht ja auch schon ein Punkt. „Wir werden auf Sieg spielen“, kündigte Streich allerdings schon in Gladbach an, um dann hinzuzufügen: „Wenn es am Ende ein Unentschieden ist, wird niemand im Breisgau traurig sein.“

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