Das Spiel geriet angesichts der Szenen auf dem Platz fast in den Hintergrund

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Update
Bundesliga-Relegation : Hertha erwägt Protest nach Skandalspiel

Vor dem Anpfiff hatten sich die Berliner Spieler noch Mut vor dem Entscheidungsspiel zugesprochen, allen voran der nach zwei Monaten wieder nominierte Kapitän Andre Mijatovic und Peter Niemeyer motivierten die Mitspieler. Zunächst ohne Wirkung: Nach wenigen Sekunden lief ein Düsseldorfer Konter über Maximilian Beister auf Roman Hubnik zu. Der wendige Angreifer täuschte rechts an, ging links vorbei und schoss von außerhalb des Strafraums das 1:0 für die Fortuna - nach nicht einmal einer halbe Minute. Hertha fiel nach dem 25-Sekunden-Schock nicht in Starre. Das hatte auch damit zu tun, dass sich die Düsseldorfer nach der Führung weit zurückzogen. Doch die Berliner taten sich nicht schwer, Lücken in der fehlbaren Fortunen-Abwehr zu finden. So sprangen einige kleinere und größere Gelegenheiten heraus. Doch im Gegenzug wurde es immer gefährlich, wenn die schnellen Angreifer Beister, Bröker und Ilsö auf die Berliner Abwehr zuliefen. Da beide Verteidigungslinien eher gestrichelt als solide waren, gab es Chancen zuhauf auf beiden Seiten.

Für Herthas Ausgleich musste jedoch wie im Hinspiel eine Standardsituation herhalten: Nach einem halbhohen Freistoß von Ronny, der wieder ins Team gerückt war, köpfte Änis Ben-Hatira völlig allein gelassen den Ausgleich. Auf beiden Seiten wurde munter auf das Tor geschossen, aber das Übergewicht der Chancen verschob sich allmählich zugunsten Herthas.

Bildergalerie: Die Hertha-Saison im Rückblick

Herthas Saison im Rückblick
Ratlose Gesichter auf der Hertha-Bank. Der Berliner Bundesligist verliert in der Relegation gegen Fortuna Düsseldorf auch der Einspruch vor dem Sportgericht wegen der chaotischen Szenen im Rückspiel bleibt ohne Erfolg. Damit Steht nach nur einem Jahr im Oberhaus der erneute Abstieg für den Hauptstadt-Klub fest.Weitere Bilder anzeigen
1 von 65Foto: rtr
27.05.2012 01:01Ratlose Gesichter auf der Hertha-Bank. Der Berliner Bundesligist verliert in der Relegation gegen Fortuna Düsseldorf auch der...

So hatte der Halbzeitpfiff trotz vieler eigener Gelegenheiten eher etwas Erlösendes für die Düsseldorfer, die in der Gesamtwertung aber immer noch mit einem Tor vorne und damit in Bundesligareichweite lagen. Kurz nach Wiederanpfiff rückte die Erstklassigkeit noch näher, aber Bröker drosch den Ball über das Tor. Doch Berlin machte weiter Druck. Es war kein hochklassiges Spiel, aber in die erste Liga mauern wollte sich hier niemand, es ging mit viel Leidenschaft hin und her. Teilweise mit zu viel. Denn es passierte, was fast schon zum Standardprogramm dieser Hertha-Saison gehört: ein Platzverweis. Der zuvor schon am Rande der Legalität agierende Ben-Hatira sah nach einer Grätsche am Mittelkreis Gelb-Rot. Dann rissen bei den Berlinern alle Sicherungen: Erst fiel das 1:2, dann alle Hemmungen bei vielen der 5000 mitgereisten Berliner Anhänger. Die fliegenden Bengalos nahmen kein Ende, verfehlten nur knapp einige Ordner und trafen fast den beschwichtigenden Thomas Kraft.

Der Torwart winkte nur noch voller Verachtung Richtung Kurve ab.Nach minutenlanger Spielunterbrechung ging es weiter mit Fußball. Aber nach zehn Minuten knallte es wieder im Hertha-Block, die Düsseldorfer unter den 51 000 Zuschauern stimmten Anti-Berlin-Gesänge an. Als die Berliner auf dem Platz den Schock überwunden hatten und Raffael fünf Minuten vor Schluss den Ausgleich erzielt hatte, animierte die Hertha-Kurve nur wieder zur Böllerei. Ein riesiges Polizeiaufgebot postierte sich vor den Block, während sich die Spieler noch einmal gestenreich für den Schlussspurt aufmunterten. Der eigene Anhang torpedierte dies erneut, warf wieder einen Bengalo. In den sieben Minuten Nachspielzeit warf Hertha alles nach vorne, dann rannten die Düsseldorfer los und auf dem Feld flogen die Fäuste. Das noch einmal angepfiffen wurde, war fast ein Wunder.

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