Champions League : BR Volleys: Dicht dran an den Unbesiegten

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Die Volleys treffen nun auch in der Liga auf Friedrichshafen. Die Niederlage vom Mittwoch macht sogar Mut.

Friedrichshafens Athanasios Protopsaltis (l) war der überragende Mann im Spiel gegen die Volleys.
Friedrichshafens Athanasios Protopsaltis (l) war der überragende Mann im Spiel gegen die Volleys.Foto: dpa

Vital Heynen ist ein lustiger Charakter. „Ich kann nur ein paar Minuten seriöse Interviews geben. Dann muss ich Quatsch machen“, sagte der Trainer des Volleyball-Bundesligisten VfB Friedrichshafen am Mittwochabend in der Berliner Max-Schmeling-Halle und tat das dann auch. Als aber ein Berliner Reporter zu ihm etwas ironisch meinte, dass er, Heynen, ja nur Teenager in seiner Mannschaft habe und trotzdem so wahnsinnig erfolgreich sei, kam die andere Seite des Belgiers zum Vorschein. „Wenn du so etwas Blödes zu mir sagst, dann werde ich wirklich böse.“ Der Mann war kaum zu beruhigen.

Dabei hatte seine Mannschaft soeben das Champions-League-Hinspiel in der Runde der letzten Zwölf gegen die BR Volleys gewonnen. Das Rückspiel findet am kommenden Donnerstag in Friedrichshafen statt und ein Grund, warum Heynen so schnell auf 180 war, könnte gewesen sein, dass die Gegenwehr der Volleys stärker gewesen war, als es dem 48-Jährigen lieb war. Erst im Tiebreak setzte sich sein Team hauchdünn mit 15:12 durch. Es war dies der 32. Sieg in Folge für die Süddeutschen. Aber es war eben auch Sieg, der deutlich machte, dass die Volleys nicht mehr weit weg sind vom VfB Friedrichshafen.

Moculescu: "Ich bin kein Zauberer"

Seit der langjährige Friedrichshafener Trainer Stelian Moculescu im Februar bei den BR Volleys anheuerte, läuft es wieder beim Deutschen Meister. „Ich bin kein Zauberer“, sagte er nach der Niederlage. „Aber die Mannschaft ist auf einem Weg, auf dem ich sie haben will.“

Moculescu schwebt seit jeher attraktiver, aber auch riskanter Volleyball vor. Er fordert von seinen Spielern, dass sie gerade beim Aufschlag den direkten Punkt suchen. Wenn seine Spieler volles Risiko gehen und scheitern, ist ihm das egal. „Wenn wir eine Scheiß-Angabe machen, und das ist dann auch noch ein Fehler, dann ist mir das nicht egal“, sagt er.

Schon an diesem Sonntag (14.30 Uhr) können sich die Volleys für die Niederlage revanchieren. Wie es der Zufall wollte, liegt das bedeutungslose Ligaspiel (Friedrichshafen ist vor Ende der Hauptrunde nicht mehr vom ersten Tabellenplatz zu verdrängen, die Volleys bleiben Zweite) zwischen dem Champions-League-Duell. Für die Volleys ist das Spiel ein Ärgernis, da der Abstand zum Champions-League-Rückspiel zu lange ist, um am Bodensee zu verweilen. „Hat der VfB so angesetzt“, sagte Moculescu. „Ist für uns nicht ideal. Aber ich will mich nicht beschweren. Die Volleys hätten es wahrscheinlich auch so gemacht.“

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